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Mittwoch, 18-10-2017

Die Schulentwicklung am GaR geht in die nächste Runde ...

In der Gesamtkonferenz vom 8. September erhielt die weitgehend neu formierte Steuergruppe vom Kollegium des GaR erneut das Mandat, die Schulentwicklung am GaR aktiv zu begleiten und zu koordinieren.


Mitglieder der aktuellen Steuergruppe sind für die Eltern Frau Dousti und Frau Schreiber, für die Schülerschaft Angelika Wolf und für das Kollegium Frau Bost, Herr Fuchs- Schneider, Frau Hoffmann-Rahmen, Herr Kloß, Herr Koch (Sprecher), Frau Lehnert, Frau Schwarz und Frau Somieski.


Diese Gruppe arbeitet derzeit mit 8 Arbeitsgemeinschaften unterschiedlicher inhaltlicher Ausrichtung zusammen. Zum einen handelt es sich hierbei um Gruppen, die direkt aus der Steuergruppe unter Berücksichtigung des Schulleitbildes hervorgegangen sind, wie die AGs Identifikation und Prävention. Zum anderen wurden Gruppen wie das Krisenteam, Kooperatives Lernen und PROFIL auf Initiative der Schulleitung hin gebildet. Dagegen finden die Arbeitsgruppen Fair Trade, Berufsorientierung und Schule in Europa ihren Ursprung im Engagement einzelner Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Steuergruppe. Die zuletzt genannt Gruppe GaR - Schule in Europa befindet sich noch im Aufbau.

Das Leitbild unseres Gymnasiums

Das Leitbild zum Download

Leitet Herunterladen der Datei einHier können Sie das Leitbild unserer Schule per PDF herunterladen.

Rede anlässlich des Leitbildfestaktes am 09.09.2011

Im Rahmen der feierlichen Verabschiedung des Leitbildes hielt der Kollege Marco Fuchs-Schneider in seiner Eigenschaft als Sprecher der Steuergruppe eine von vielen Zuhörern als bemerkenswert eingestufte Rede, die wir im Folgenden dokumentieren wollen:

Liebe Mitglieder der Schulgemeinschaft!

Prolog

Nun liegt es also vor – unser Leitbild.
Ich muss zugeben: Zunächst war ich etwas skeptisch, dass wir diese Feierstunde schon jetzt veranstalten. Ich fragte mich: Sollten wir nicht erst einmal wesentliche Leitsätze in die  Praxis umsetzen und dann in 2, 3 Jahren feiern?

Aber die Durchsicht meiner beiden dick gefüllten Leitzordner, in denen ich den Schulentwicklungsprozess der letzten 2 ½ Jahre dokumentiert habe, belehrte mich eines Besseren und machte mir klar, dass diese Skepsis als doch etwas zu preußisch eingestuft werden muss.

Wie viel ist da jetzt schon entstanden!

Menschen aus allen Bereichen der Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kolleginnen und Kollegen – haben viel Zeit und Energie investiert, haben sich zigmal getroffen haben sich viele Gedanken gemacht, Ideen ausgetauscht, Projekte geplant und durchgeführt, miteinander gestritten und miteinander gelacht. Allein dieses Kommunikationsnetz oder – schöner ausgedruckt – dieses Miteinander hat den Prozess sehr wertvoll für die Schule gemacht.

Ich möchte  an dieser Stelle allen beteiligten Schülern, Eltern und Kollegen ganz herzlich danken, die bisher an unterschiedlicher Stelle am Schulentw.prozess mitgewirkt haben. Ganz besonders danken möchte ich den Mitgliedern der Steuergruppe, mit denen ich sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet habe und deren Sprecher ich sein durfte.

So hat diese Feierstunde durchaus ihre Berechtigung und sie repräsentiert Ende und Anfang zugleich: mit dem Feiern des Leitbildes endet die erste große Phase der Schulentwicklung und zugleich beginnt die entscheidende Phase der Umsetzung.

Aber nun möchte ich noch einmal die wichtigsten Stationen der Schulentwicklung bisher Revue passieren lassen:

  • 28. Januar 2009: Pädagogischer Tag Schulentwicklung (Herr Schäfer, LPM)
  • 09. Juni 2009: Die Steuergruppe erhält das Mandat und nimmt offiziell ihre Arbeit auf
  • 01. September 2009: Gesamtkonferenz beschließt auf Vorschlag der STG eine Gesamterhebu8ng = Befragung aller S,E u. L zum Thema „Schulqualität am GaR“. Die Fragen wurden mit Unterstützung des LPM von der STG in einer Klausurtagung erarbeitet.
  • Mitte September 2009: Die Befragung findet unter erheblichem organisatorischem Aufwand statt. Die elektronische Auswertung übernimmt das LPM, das im übrigen den gesamten Prozess mit Rat und Tat begleitet hat.
  • 23.11.2009: Deutungskonferenz der Eltern und Schüler getrennt
  • 24.11.2009: Päd. Tag: Deutungskonferenz der Lehrer, Motto „Die Daten zum Sprechen bringen“; Stärke-Schwäche- Analyse, Erarbeitung von Entwicklungsfeldern und Schwerpunktthemen.

Daraus erwachsen dann 4 Arbeitsgemeinschaften zu folgenden Themen:

  1. Lebensraum Schule
  2. Methodencurriculum (zunächst für die Klassenstufe 5)
  3. Kommunikation zwischen Schulleitung und Kollegium
  4. Konfliktlösungen
  5. Schüler AG (später)
  • 28.01.2010: Konstituierende Sitzung aller Arbeitsgruppen. Damit beginnt die Arbeit der AG’s offiziell
  • 24.08.2010: Gesamtkonferenz: Mandatsverlängerung der STG um ein weiteres Jahr, Präsentation und Abstimmung  Maßnahmenpakete der Arbeitsgruppen
  • November 2010: Beschluss der STG mit der Leitbildentwicklung zu beginnen
  • 10.1.2011: Die konstituierende Sitzung der um weitere Eltern, Kollegen und Schüler vergrößerten STG zur Leitbildredaktion
  • Anfang März 2011: Diskussion des Leitbildentwurfs am Päd. Tag
  • Montag, 30. Mai 2011: Verabschiedung des Leitbildes in der Gesamtkonferenz.

Soweit zur Chronik des bisherigen Prozesses.

Kritik an den Leitsätzen

Der eine oder andere wird über die Leitbildsätze vielleicht sagen: „Das ist viel zu allgemein formuliert, das sagt wenig aus.“
Aber lassen Sie mich dazu kurz über Beethoven reden, genauer: über das Thema des ersten Satzes der 5.Sinfonie. Sie kennen es sicher alle.

(Jazzband spielt es)

An Einfachheit kaum zu überbieten: 3x derselbe Ton G und dann Es eine große Terz tiefer – das war’s! „Das hätte ich auch gekonnt, wird mancher, vielleicht zu Recht, sagen. Aber was macht Beethoven daraus! – 10 Minuten hochkomplexe, atemberaubende Musik, herausgearbeitet aus eben diesem vermeintlich  nichtssagenden Thema.

Nun müssen wir ja nicht ein Werk schaffen vergleichbar mit der Genialität eines Beethoven.  Aber dass die Umsetzung der Leitsätze unsere Schule wesentlich bereichern wird – davon bin ich überzeugt!

Bei der Formulierung der Leitsätze bewegten wir uns auf einem schmalen Grad: Leitsätze müssen so prägnant sein, dass sie nicht in Beliebigkeit zerfließen, aber so offen, dass sie die Freiheit der Gestaltung nicht einengen:  So wird Vielfältiges auf viele Jahre hin ermöglicht. Betrachten Sie die Anteile an Offenheit in den Leitbildsätzen als Leerstellen, die  mit schöpferischer Freiheit gefüllt werden wollen. Und: Ist nicht aus schöpferischer Freiheit schon so vieles Wertvolle entstanden?

Gefährdungen

Wichtig erscheint es mir nun, noch  auf einige Gefahren  im Schulentwicklungsprozess hinzuweisen; Gefahren, die verursacht werden durch – wie ich meine – dysfunktionale Haltungen.

Zunächst möchte ich einen der  „Klassiker“ menschlicher Schwächen nennen: Man kritisiert – offen (immerhin) oder (gefahrvoller:) hinter verschlossenen Türen, aber man mischt sich nicht aktiv ein, man weigert sich beharrlich, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Neben diesem Klassiker gibt es problematische Haltungen, die den einzelnen Teilsystemen der Schule zuzuordnen sind:

So gibt es gelegentlich Schülerinnen und Schüler, von der Mittelstufe aufwärts, die sich ganz auf die Entgegennahme des entscheidenden Zertifikats nach nunmehr 8 Jahren Gymnasialzeit haben dressieren lassen und für die die Stunden in der Schule – immerhin von morgens bis zum frühen Nachmittag – ein notwendiges Übel zur Erlangung ebendieses Zertifikats darstellen. Diese Schüler empfinden die Übernahme von Verantwortung,  das Gestalten von Beziehungen in der Schulgemeinschaft als geradezu absurde Vorstellung.

Es gibt gelegentlich Eltern, die ausschließlich am Vorankommen ihrer Kinder interessiert sind und denen ansonsten die Entwicklung des „Gemeinwesens Schule“ ziemlich egal ist.

Und schließlich gibt es gelegentlich Kollegen, die – gefangen im Ziergarten ihrer privaten pädagogischen Idylle – ihre pädagogische Freiheit in höchster Gefahr sehen, wenn man sich auch nur auf eine gemeinsame Vereinbarung einigen muss. Dementsprechend wird dann ein Leitbild als Generalangriff auf die pädagogische Freiheit – die ich übrigens, richtig verstanden, überaus schätze – verstanden.

Aber es gibt gegen diese vermeintliche Gängelung eine wirklich effektive Waffe: Gleichgültigkeit. Es gibt in Schulentwicklungsprozessen nichts Gefährlicheres als Gleichgültigkeit.

Aber: All das sind glücklicherweise Ausnahmen – Ausnahmen in allen drei Teilsystemen der Schulgemeinschaft.

Die Vision

Gegen diese Ausnahmen setze ich eine Vision, für die Joseph Beuys den wunderbaren Begriff der sozialen Plastik geschaffen hat. Gesellschaft –  in unserem Falle die Schule -  ist zu betrachten als eine Skulptur zu deren Gestaltung ausnahmslos jeder  Wertvolles beitragen kann.

Die Rohfassung dieser Plastik ist jetzt fertig: das Leitbild des GaR.  Jetzt lasst uns an die Ausarbeitung gehen. Und an dieser Ausarbeitung kann und soll jeder mitmachen, denn – auch das sagte Beuys: Jeder Mensch ist ein Künstler. Wenn das nicht ermutigend ist!
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.