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Sonntag, 17.11.2019

Die GAR-Weihnachtskrippe - Oder: Wo ist das Christkind?

Am Gymnasium am Rotenbühl ist es Tradition, dass die neuen Fünftklässler jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit unterstützt durch Hausmeister und Lehrer die schuleigene Weihnachtskrippe aufstellen. Im Schuljahr 2015/16 waren es die SchülerInnen der Religionsgruppe 5a1, 5b, 5ab, die mit viel Engagement und Freude Kisten heranschleppten, Blätter, Holz und Steine sammelten und sogar Stroh spendeten, sodass schließlich Stall, Figuren und Naturmaterialien im Flur vor dem Sekretariat ansprechend aufgestellt und angeordnet werden konnten.
Doch dann der Schock: Das Jesuskind war einfach nicht aufzufinden. Also musste die Krippe erst einmal ohne Hauptdarsteller auskommen. Nicht schlimm, denn es war ja noch gar kein Weihnachten, dachten (!) die SchülerInnen. Weit gefehlt: Am nächsten Tag gingen im Sekretariat die ersten Beschwerden aufgebrachter SchülerInnen ein, die nach dem Christkind verlangten. Ida Trenz, Schülerin der Klasse 5ab, konnte Abhilfe schaffen. Sie bastelte kurzerhand ein Jesuskind aus Fimo, das sie tags darauf in die nun endlich fertiggestellte Krippe legte.

L. Bucceri

Exkursion katholische Religion - Alternative Stadtrundfahrt

Am 16. Oktober traf sich unser Reli-Kurs mit dem anderen 10er Reli-Kurs von Frau Müller um kurz nach acht an der Schule, um eine Rundfahrt zu dem Thema „Saarbrücken zur Zeit des Nationalsozialismus“ durch die Stadt zu machen.

Nachdem wir in der Kälte eine Weile auf den Bus warten mussten, ging es dann in einem riesigen Reisebus zur ersten Station, dem Staatstheater. Dort trafen wir dann auch die Leiterin der Führung, die uns erst mal etwas über die Situation des Saarlands unter Hitler erzählte. Die Bürger des Saarlands hatten die Wahl, sich entweder dem deutschen Reich oder Frankreich anzugliedern, oder selbstständig zu sein, entschieden sich für das Deutsche Reich und bekamen anschließend von Hitler das Staatstheater als Geschenk. Wieder im Bus sahen wir uns Berichte von jüdischen Zeitzeugen an, die vor allem von ihren Erlebnissen in der Grundschule erzählten. Mit Hitler und der deutschen Propaganda verbreitete sich nämlich auch der Antisemitismus im Saarland, wo es vorher eigentlich gar keine Probleme zwischen Christen und Juden gab.

Der Bus fuhr weiter, durch die „Straße des 13. Januar“, die heute noch an den Volksentscheid zwischen Frankreich, deutschem Reich und eigenständigem Staat erinnert und brachte uns zum Friedhof in Sankt Johann. Dort besichtigten wir das Grab von Willi Graf, an dem zum Gedenken an seine Ermordung noch frische Blumen lagen, denn ein paar Tage vorher war der Jahrestag gewesen. Ein paar Ecken weiter waren dutzende kleine, graue Grabsteine mit russischen und polnischen Namen, auf einigen auch ein „Unbekannt“. Es waren Gräber von Zwangsarbeitern.

Wir liefen zurück zum Bus und fuhren Richtung Innenstadt zur neuen Synagoge, an der wir stehenblieben und wieder einige Zeitzeugenberichte anschauten, die von der Kristallnacht im November 1938 erzählten, in denen unter anderem auch gezielt die Saarbrücker Synagoge niedergebrannt wurde, zu deren Gemeinde mehr als die Hälfte der saarländischen Juden gehört hatte.

Unsere nächste Station war dann das Saarbrücker Schloss, in dem damals unter anderem die Gestapo saß und einige Zellen hatte, von denen auch eine noch erhalten war. In dieser Zelle waren bis zu 40 Menschen gleichzeitig tagelang eingesperrt gewesen und schon mit uns 27 Leuten war es verdammt eng und stickig, oben gab es nur ein kleines, vergittertes Fenster. Die Wände waren voll mit Inschriften von Gefangenen, die man leider nicht lesen konnte, weil sie auf kyrillisch waren, aber trotzdem gaben sie mir ein beklemmendes Gefühl, genauso wie die Namenslisten Verstorbener, die eine ganze Wand einnahmen. Als Todesursache waren von der Gestapo jedes Mal Herzversagen, Kreislaufschwäche, Lungenentzündung uvm. angegeben, wobei man sich natürlich denken konnte, dass dies wohl nur in den seltensten Fällen der wahre Grund für den Tod dieser Menschen war.

Viele von ihnen waren im Gestapo-Lager „Neue Bremm“ gewesen und dorthin fuhren wir dann auch noch. Das Gelände ist zwar heute ein bisschen kleiner als damals, doch vieles ist noch erhalten. Dort, wo früher die Baracken standen, waren zwar nur Umrisse ins Gras gelassen, doch in der Mitte der Fläche stand immer noch der alte Löschwasserteich, umgeben von Stacheldraht. Die Leiterin der Stadtführung erzählte uns, dass die Menschen damals wohl nachts die Schreie der Gefangenen bis in die Stadt hören konnte – was ihnen hier angetan wurde, will man sich gar nicht vorstellen. Gegenüber, auf der Seite des zugehörigen Parkplatzes, stand ein Mercure-Hotel, an genau demselben Ort, an dem sich vor 70 Jahren das Strafgefangenenlager der Frauen befand. Wir machten noch ein Gruppenfoto vor der Mauer, die die Straße von dem Gelände des Lagers trennt und fuhren anschließend pünktlich zur sechsten Stunde wieder zurück zur Schule.

Insgesamt war die Exkursion eine gesunde Portion Geschichte, bei der man auch was gesehen hat und sich vorstellen konnte, was hier bei uns in dieser Zeit geschehen ist!

Anne Kuckert (10a2)

Weihnachtskrippe 2010

Wie jedes Jahr wurde auch zum Beginn der diesjährigen Adventszeit vor dem Sekretariat eine Weihnachtskrippe aufgebaut.

Die folgenden Schülerinnen und Schüler aus den Religionsgruppen der Klassen 7ab und 7s waren am Aufbau der Weihnachtskrippe beteiligt:

Anna, Diane, Elma, Fabian A., Jessica, Johanna, Julian, Lucia, Stefan und Tim (7ab) und Angela, Christina und Kim D.  (7s).

Geleitet wurde der Aufbau von Frau Schwender und und Herrn Siewert.

Die Figuren für die Krippe stammen von Frau Annette Liebschner, einer ehemaligen Schülerin unserer Schule. Gestiftet wurden die Figuren vom Förderverein unserer Schule.

Die Schulgemeinschaft dankt den Beteiligten für ihr Engagement bei dieser schönen Tradition!

Besuch der Klassen 7a1/a2 in der Selimiye-Moschee Völklingen-Wehrden

Am 25.06.2009 bot sich den Schülern der damaligen Klassen 7a1/a2 die Chance, im Rahmen der Unterrichtsreihe „Islam“ die Selimiye-Moschee der Türkisch-islamischen Gemeinde zu Völklingen-Wehrden e.V. zu besichtigen und damit nicht nur etwas über die muslimische Lebensweise zu hören, sondern Gottesdienst, Gemeindeleben und Gastfreundschaft am eigenen Leib zu erfahren.

Die Schüler, ihr Religionslehrer Herr Wilhelmy, Herr Fuchs-Schneider sowie die Referendarinnen Katharina Schnellbacher und Nina Immesberger, die den Termin mit der Türkisch-islamischen Gemeinde vereinbaren konnten, trafen sich am Ende des Unterrichts in der Wanne des Gymnasiums am Rotenbühl, um gemeinsam in die Stadt zu wandern und dort mit Bus und Bahn den Weg nach Völklingen anzutreten.

Nach unserer Ankunft in Wehrden wurden wir bereits an der Bushaltestelle von Moscheeführerin Fatima Sahin sowie der Tochter des in der Gemeinde tätigen Imam, Orhan Dömke, herzlich empfangen und zur Selimiye-Moschee begleitet. Zusammen mit einigen interessierten Eltern der Klasse, die uns vor den Pforten des Gotteshauses erwarteten, brachten die beiden Frauen uns in den Hauptraum der Moschee, der in Zeiten des Gebets normalerweise nur Männern der Gemeinde zugänglich ist. Für uns Gäste wurde jedoch an diesem Tag eine Ausnahme gemacht – wir durften geschlossen dem Freitagsgebet beiwohnen. Als besonders bewegend empfanden wir den Umstand, dass Herr Dömke, der in der Regel seine Predigten ausschließlich auf Arabisch hält, für uns auf Deutsch und zudem über die Verbundenheit der drei monotheistischen Religionen sprach. Darüber hinaus erging eine Einladung an die Gruppe, am Opferfest der Gemeinde, das diese jedes Jahr zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan feiert, teilzunehmen.

Nach dem Freitagsgebet führte uns Frau Sahin durch die restlichen Räume und stand uns bei allen Fragen bereitwillig Rede und Antwort. Zum Abschluss des Ausflugs kehrten wir in den Gemeinschaftsraum der Moschee ein, in dem uns Tee sowie türkische Köstlichkeiten erwarteten. Überwältigt von so viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit und gestärkt von der Mahlzeit traten wir gegen 18 Uhr die Rückreise nach Saarbrücken an.
Das große Interesse und Engagement der Schüler, die, fast geschlossen, einen kompletten Freitagnachmittag opferten, um „Religion zu erleben“, soll und muss von unserer Seite in besonderem Maße hervorgehoben werden. Dieser Tag wird für uns alle ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis bleiben!

Katharina Schnellbacher

Nina Immesberger

Studienreferedarinnen für Katholische Religion