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Freitag, 24.05.2019

Latein

Zurück in die Zukunft

Lateinunterricht am neusprachlichen Gymnasium?!
Was soll das? Diese Frage werden sich alle Schüler und Eltern stellen, die sich mit dem GaR für moderne Fremdsprachen entscheiden.

Im modernen Fremdsprachenunterricht erleben Schüler möglichst authentische Sprechsituationen, in denen eine kommunikative Kompetenz durch das Einüben eines Sprachverhaltens in der Zielsprache erworben wird.
Bei uns jedoch werden Ihre Kinder nicht nur auf diesen alltäglichen Umgang mit Fremdsprachen vorbereitet:
Im Lateinunterrricht erwerben sie nämlich darüber hinaus die Fähigkeit, das Phänomen Sprache wissenschaftlich zu reflektieren. Das heißt: Durch die Beschäftigung mit Latein erhalten die Schüler ein solides Rüstzeug, mit dessen Hilfe sie Sprache als nachvollziehbares System erkennen und beschreiben können.
Aber nicht nur in dieser Hinsicht ergänzt und unterstützt Latein den vorausgegangenen modernen Sprachunterricht:
Wo letzterer die deutsche Sprache ausblendet, setzt der Lateinunterricht an. Hier wie in keinem anderen Sprachenfach werden Übersetzungstechniken trainiert. Allein der Lateinunterricht stellt in dieser Deutlichkeit eine Relation zur Muttersprache her. Er übernimmt damit auch eine wichtige Brückenfunktion beim Erwerb einer muttersprachlichen Kompetenz.
Gerade weil der Lateinunterricht weniger anwendungsorientiert, sondern eher sprachbetrachtend und vergleichend vorgeht, eröffnet er dem Sprachunterricht eine neue Dimension – sei es im Bereich der Grammatik, der Wortkunde oder der Wortbildungslehre.
Doch der Lateinunterricht leistet noch mehr: In informativen Lehrbuchtexten und in der anschließenden Originallektüre wird den Schülern ein kulturgeschichtliches Basiswissen vermittelt. Wir dürfen schließlich nicht vergessen, dass die lateinische Sprache eine Schlüsselfunktion in der Überlieferung und Verbreitung antiken Wissens innehatte, und dass die Kultur der Antike die Grundlage unserer gesamten abendländischen Kultur bildet. Gerade im Hinblick auf die angestrebte Vereinigung Europas scheint es sinnvoll, diese gemeinsamen Wurzeln auch kennenzulernen.
Und um zu guter Letzt das wichtigste Argument zu nennen:
Latein macht Spass!!!!

Latein am GaR

Wir bieten Latein als dritte Fremdsprache an. Der Lateinunterricht setzt in Klassenstufe 8 ein.
Der Erwerb des Latinums erfolgt nach 5 Jahren mit dem erfolgreichen Abschluss der Jahrgangsstufe 12 (Endnote mindestens „ausreichend“) oder am Ende der Klassenstufe 10 nach bestandener schriftlicher und mündlicher Prüfung.

Was ist das Latinum? Wozu braucht man es?

Wer sich für ein Studium der modernen oder klassischen Philologie entscheidet, benötigt an allen deutschen Universitäten gute sprachwissenschaftliche Grundlagen. Für eine Reihe von Studienfächern ist der Nachweis von Lateinkenntnissen durch die Studienordnung sogar vorgeschrieben. Dieser Nachweis erfolgt i.d.R. durch das LATINUM.
Wer sein Latinum bereits in der Schule erworben hat, hat „den Rücken frei“ für sein Fachstudium. Das Latinum in einem dreisemestrigen Kurs an der Uni nachzuholen, ist immer mit großem Zeitverlust und zusätzlichem Prüfungsstress verbunden. Hier scheitern viele Studenten – zu 90% brechen sie frustriert ihr Studium ab!

Ist Latein die richtige Wahl für mein Kind?

Für die modernen Fremdsprachen sind eher spontane, impulsiv handelnde Kinder geeignet, die gerne praktisch mit der Sprache umgehen. Latein ist eher die Wahl für mehr reflektierende Kinder.
Wenn Sie folgende Punkte der Checkliste mit „ja“ beantworten können, bestehen gute Chancen auf Erfolg in und Freude an Latein:

  1. Ihr Kind hat gute Leistungen in Sprachlehre?
  2. Ihr Kind hat Interesse am Umgang mit Sprache?
  3. Ihr Kind will eine Sache immer ganz genau wissen?
  4. Ihr Kind konzentriert sich gerne und intensiv auf eine Sache, hat Sinn für Ordnungen und Systeme (Sammlungen)?
  5. Ihr Kind kann die Konzentration und Ausdauer aufbringen, um auch mal umfangreichere Bücher zu lesen wie „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“ usw.?
  6. Ihr Kind zeigt Sorgfalt in seiner Schrift und Arbeitsweise?
  7. Ihr Kind hat Bereitschaft zum gleichmäßigen Mitlernen?
  8. Ihr Kind hat Freude an Denkspielen, Puzzles oder Schach?
  9. Ihr Kind hat ein gutes optisches Differenzierungsvermögen?

Ist Latein schwer?

Nein – nicht wenn man regelmäßig lernt.
Der lateinische Wortschatz ist nämlich begrenzt, die Grammatik ist logisch und klar aufgebaut, die Literatur ist überschaubar und es gibt keine Belastung durch Rechtschreibe- oder Ausspracheregeln. Latein ist damit günstig für Kinder, die vorerst noch lieber lesen und schreiben als sprechen wollen.

Latein stellt also ein faires Angebot dar, bedeutet keine „Auslese“, sondern Förderung in vielen Bereichen.

Vergesst das alte Vorurteil!
Latein ist interessant und macht Spaß!!


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