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Sonntag, 17.11.2019

Youth for Peace - 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg - Ideen für den Frieden

Vom 16. bis 18. November 2018 kamen 500 junge Menschen im Alter von 15 bis 22 Jahren aus 48 Ländern nach Berlin zur internationalen Jugendbegegnung „Youth for Peace – 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg, 100 Ideen für den Frieden“ zusammen. Nina Mandrich und Marie Ott aus der Klasse 10b vertraten hierbei in Begleitung ihrer Lehrerin Anja Barbian das Gymnasium am Rotenbühl.
Die Jugendlichen erarbeiteten konkrete Ideen für den Frieden und für eine europäischen und transnationale Gedenkkultur. Ihnen standen dabei erfahrene Jugendleiterinnen und Jugendleiter zur Seite. Zum Abschluss gab es eine Feierlichkeit, an denen hochrangige Politiker teilnahmen, darunter insbesondere Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der Präsident der französischen Republik Emmanuel Macron. Zum Abschluss überreichten die jungen Menschen den Politikern ihre Ideen für den Frieden und diskutierten mit ihnen darüber.

Besuch von Barbara Yelin am GaR

Am 20.September 2016 im Rahmen des Kulturwandertages besuchte die Comic-Zeichnerin Barbara Yelin das Gymnasium am Rotenbühl und berichtete der Klasse 10A1 in einem Vortrag über ihre Arbeit als Komik-Zeichnerin und ihr neustes Buch „Irmina“.

Barbara Yelin studierte in Hamburg Illustration und interessierte sich sehr während ihres Studiums explizit für das Comiczeichnen. Sie „schreibt“ Bücher beziehungsweise eine Geschichte nur durch Zeichnungen. Sie verwendet meist in ihren Geschichten keine oder sehr wenig Worte, sondern möchte möglichst viel durch die Bilder zum Ausdruck bringen.

Ihr erstes erfolgreiches Buch war „Gift“, ein Krimicomic mit 200 Seiten. Ihr aktuelles und sehr erfolgreiches Buch „Irmina“ hat 300 Seiten und basiert auf einer persönlichen Geschichte aus Barbara Yelins Familie. Genauer gesagt auf einer persönlichen Geschichte ihrer Großmutter. Ihre Oma lebte in der Zeit des Nazionalsozialismus, sie war genauso wie die meisten Deutschen damals eine Mitläuferin. Als ihre Oma noch lebte wollte sie nie mit Barbara Yelin über dieses Thema sprechen. Sie meinte sie wolle mit ihrer Enkelin über schöne Dinge im Leben reden. Als jedoch Frau Yelins Großmutter starb vermachte sie ihr alte Tagebücher und Auszeichnungen aus dieser Zeit. Nachdem Barbara Yelin sich viel mit dem Thema auseinander gesetzt und auch viel mit Historikern zusammen gearbeitet hatte, kam ihr die Idee darüber ein Buch zu schreiben beziehungsweise zu zeichnen.

So also entstandt ihr aktuelles Buch „Irmina“. Nachdem sie uns über ihr Buch und seine Geschichte erzählte, zeigte und erklärte und Frau Yelin wie sie zeichnet und mit welchen Utensilien.

Wer mehr über Barbara Yelin und "Irmina" erfahren möchte, findet hier viele weitere Informationen:

http://www.barbarayelin.de/

http://www.barbarayelin.de/buecher/#/irmina/

Hannah Mönch, Romy Wüst

Besuch der 10er Klassen im Konzentrationslager Struthof

Mit einer zweieinhalbstündigen Anreise zum KZ Struthof begann Ende November unsere Tagesfahrt im Rahmen des Geschichtsunterrichts bei Herrn Krambröckers:

Auf der Hinfahrt bekamen wir einen Film über andere große Konzentrationslager im Nationalsozialismus gezeigt, der uns schon einen gewissen Eindruck vermittelte: Es waren viele Leichen, abgemagerte, ausgehungerte und psychisch belastete Menschen zu sehen, die uns die Grausamkeit der NS-Diktatur veranschaulichten. Da wusste ich schon, dass dies kein einfacher Tag für mich werden würde.

Mit im Bus waren zwei ältere Männer, die uns nach Struthof begleiteten. Schon bei der Anfahrt zu dem auf dem Hochplateau gelegenen KZ begannen sie von den Arbeitslagern zu berichten.
Dort angekommen fiel uns zunächst die wundervolle Aussicht auf. Man hatte eine tolle Fernsicht über die Landschaft und man schien über den Wolken zu sein, da der Nebel sich gar zauberhaft im Tal niedersetzte. Das passte so gar nicht zu dem Ort, der uns erwartete.

Zunächst besichtigten wir eine Arbeitsstelle direkt am Abgrund, wo Granit für all die Prachtbauten Hitlers geschlagen wurde. Auch dort wurden viele Menschen den Abgrund hinuntergestoßen und mussten ihr Leben lassen. Dann führten uns die beiden Männer zum eigentlichen Arbeitslager, wo wir uns zunächst einen Überblick über das Terrain machen durften, bis wir schließlich das Gelände, das durch einen  meterhohen Stacheldrahtzaun begrenzt war, betraten. (Früher floss dort auch Strom!)

Unser Begleiter Herr Brück ging sehr gut auf unsere Fragen ein, er erzählte ausführlich, anschaulich und mit verständlicher, lauter Stimme.

Was mir besonders gut gefallen hat, war das Interesse auch von den Schülern und Schülerinnen, die normalerweise an Geschichte nicht sehr interessiert sind, sie stellten Fragen und waren bis zum Ende ernst dabei.

Herr Brück ging sehr auf Einzelheiten ein und erzählte u.a. auch vom Schicksal einer hochschwangeren Frau, der einzigen im Lager, die mitten auf dem Weg ihr Kind gebar, welches sofort starb. Herr Brück hatte mit sehr vielen Menschen gesprochen, die in dem Lager damals arbeiteten, und deshalb konnte er uns von vielen Dramen und Schicksalen der dort lebenden Menschen erzählen.

Immer wieder wurden uns so die erschreckend brutalen und menschenverachteten Methoden der SS und SA vor Augen geführt. Abgesehen von den großen Vernichtungslagern, wie z.B. Auschwitz, ließen in Struthof ebenfalls tausende, unschuldige Menschen ihr Leben. Mich beschäftigte vor allem die Frage, warum ein Mensch, der z.B. an das Judentum glaubte, oder homosexuell war, kaltblütig und ohne jede Gnade gezwungen wurde, zu arbeiten, bis ihn seine Kräfte verließen. Aufgrund ihrer anderer Lebenseinstellungen oder Glaubensvorstellungen wurden sie gequält, gefoltert, bekamen wenig Nahrung und hatten selten ein eigenes Bett zur Verfügung. Diese Informationen, verbunden mit diesem einsamen Ort erschreckten uns sehr.

An das KZ angeschlossen gab es ein Museum, das vor allem durch bildliche Darstellungen die Vorkommnisse und Grausamkeiten veranschaulichte.

Unser letzter Besuch vor Ort galt der Gaskammer, die zu einem Bauernhof gehörte. Für mich war dies eine der schwierigsten Stationen des Tages. Mir geht bis heute nicht aus dem Kopf, wie viele Menschen hier vergast und verbrannt wurden: Den Menschen wurde eine Dusche angeboten, und wenn jemand schon eine Vorahnung hatte, wurde er hineingeprügelt oder hineingeschleppt. Ehrlich gesagt war ich froh, dass ich diesen furchtbaren Ort wieder verlassen konnte.

Es war für uns alle nun wichtig, dass wir die Gelegenheit hatten, etwas Abstand von den vielen erschütternden Eindrücken zu nehmen, es begann der ausklingende Teil des Ausflugs. Die Elsässer Flammkuchen schmeckten lecker und man vergaß in der netten Runde die belasteten Gedanken. Als alle gesättigt waren, traten wir die Rückreise an und waren gegen 20.15 Uhr wieder in Saarbrücken.
Für mich war es ein sehr gelungener Ausflug, bei dem, so glaube ich, jeder etwas mitgenommen hat.

Laura Müller, Klasse 10a2

Holocaust-Gedenktag 27. Januar

Der Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar 2009 in der Johanneskirche Saarbrücken stattfand, war das Thema des Treffens von Corinna Schons, Shirley Schmidt, dem Biologie- und Religionslehrer Patrick Wilhelmy, unserem Deutschlehrer Herrn Simshäuser und mir, als wir am 7. November 2011 Heiko Maas, den Landesvorsitzenden der SPD, im saarländischen Landtag trafen. Für den Gedenktag wurden viele Einladungen an saarländische Politiker verschickt, jedoch war Heiko Maas der einzige, der kam.
Der 27. Januar gilt den Opfern des Nationalsozialismus, ist in der Johanneskirche allerdings keine typische Ehrung, die Champagner, einen Saal voll murmelnder Menschen und eine kurze Rede beinhaltet – Um die Opfer wirklich zu ehren, braucht man weder erheiterte Stimmung noch festliche Kleidung.  Während im Januar vor drei Jahren 24 Stunden lang aus Buchseiten gelesen wurde, die nur mit Name und Schicksal der in den Konzentrationslagern Verstorbenen bedruckt waren, sank unsere Stimmung sozusagen proportional zu der immer länger werdenden Liste der Toten.
Über diesen Tag wurde ein Film gedreht, den wir uns nun am 7. November 2011 zusammen mit Heiko Maas im saarländischen Landtag angesehen haben. Vor allem ging es darum, ihm zu danken, dass er als einziger Politiker die Zeit für den Gedenktag gefunden hat, und sich mit uns traf, um den damals entstandenen Film, der auch ein mit ihm geführtes Interview zum Thema Holocaust beinhaltet, gemeinsam anzusehen.
Genau wie Herr Maas sahen Corinna, Shirley und ich den Film zum ersten Mal, und selbst wenn wir nur die gekürzte Fassung gesehen haben, wurde man doch von diesen paar Minuten fremder Welt verschluckt. Es ist eigenartig, dass sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart, vielleicht auch Zukunft, voll mit grausamen Dingen wie diesen sind, und dass man dennoch an einem ganz normalen Tag im November an einem Tisch sitzt und darüber reden kann.
Doch auch wenn der Novembertag ein normaler war, ist die Erinnerung an den Holocaust ein besonderes Gesprächsthema gewesen – besonders fern, besonders traurig, besonders unvorstellbar. Und vielleicht war es eben doch kein normaler Tisch, denn die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands hat dafür gesorgt, dass Politiker keine fremden Menschen in entfernten Gebäuden sind; dass wir, ganz normale Zwölftklässlerinnen des Gymnasiums am Rotenbühl, mit Heiko Maas an diesem Tisch saßen und geredet haben. 

Mona Schäfer

Die antiken Weltwunder - Besuchen Sie den Koloss, die Pyramiden und noch viel mehr

Im Rahmen eines Unterrichtsprojekts im Eingangsunterricht in der Klasse 7 hatten die Schülerinnen und Schüler der 7a im Schuljahr 2010-11 bei Herrn Simshäuser den Auftrag die sieben Weltwunder in Form von Plakaten vorzustellen, ganz so als ob sie als antiker Reiseveranstalter ihr Weltwunder bewerben müssten.

Im Folgenden berichtet die Schülerin Mara Wagner von dem Projekt und präsentiert die Ergebnisse im Bild:

Bei dem Referatsprojekt "Die sieben Weltwunder!" haben wir, die Klasse 7a, zwei Monate Informationen rund um die antiken Weltwunder gesucht und gefunden. Wir teilten uns selbst in insgesamt sieben Sechser-, Vierer- und Dreiergruppen ein. Dann entschieden wir per Los, wer welches Weltwunder bekam. Nun sammelte jede Gruppe möglichst viele Informationen über ihr Weltwunder und gestaltete mit diesen ein Plakat. Das Besondere an dem Projekt:
Jede Gruppe sollte sich einen eigenen Reisebüronamen ausdenken und dann das Plakat so gestalten, als würde sie zu damaliger Zeit eine Reise zu dem jeweiligen Weltwunder verkaufen wollen. Um ein Wunder gut zu vermarkten, sollten wir uns auch lustige Werbesprüche ausdenken. Nach zwei Monaten durften wir schließlich unsere Plakate vorstellen:

 
 

Geschichte ganz nah - Wie war das Leben in der DDR?

Besuch von Pfarrer Horst Schlemmer am Rotenbühl

Freitagmittag, halb zwei. Eigentlich ein Zeitpunkt, bei dem viele Schüler der Oberstufe die letzen beiden Unterrichtsstunden der Woche im Standby- Modus absitzen. Die ungewöhnliche Abwechslung, die so ein Zeitzeugenbericht mit sich bringt, kommt da sicher den meisten  Schülern entgegen. Obwohl man bisweilen nicht  den Eindruck haben kann, dass die Synapsen der Zehnt-bis Zwölftklässler auf Hochtouren arbeiten, spiegelt sich dennoch in den aufmerksamen Gesichtern Interesse für das wieder, was der freundliche ältere Herr, der sich heute extra auf den Weg hierher gemacht hat, zu sagen hat.

Zwanzig Jahre liegt die Wiedervereinigung jetzt zurück, und wohl kaum einer wird leugnen, dass die Schüler angesichts von Geschichtsunterricht und ständiger Präsenz in den Medien nichts über die DDR wüssten. Doch natürlich ist es etwas anderes, jemandem zuhören und Fragen stellen zu können, der alles am eigenen Leibe miterlebt hat. So wird der Vortrag auch ziemlich kurzweilig. Schlemmer, der selber wegen „negativer gesellschaftlicher Haltung“ schon früh aus der Schule entlassen wurde und dann ein Theologiestudium begann, erzählt einige Anekdoten aus seinem Leben als Pfarrer (seit 1982 auch in Lehrtätigkeit). Dabei wird deutlich, welch für einen wichtigen Anlaufpunkt die Kirche gerade auch für Jugendliche in der Zeit der „kommunistischen Diktatur“ darstellte.

Schlemmer gibt Acht, weder einseitig radikalisierend noch beschönigend zu wirken und verfolgt stets das Ziel, die Erinnerung wach zu halten an eine Zeit, in der Meinungsfreiheit auch Deutschland nicht so selbstverständlich war wie heute. Den  Schülern wird auf diese Weise die DDR unter einem Gesichtspunkt nahe gebracht, der sie – wären sie Jugendliche in der DDR gewesen – auch etwas angegangen wäre, und der zudem im „normalen“ Geschichtsunterricht auch nicht besonders ausführlich behandelt wird.

Am Ende des Vortrags, als die Möglichkeit für Rückfragen besteht, bestätigen einige Fragen die geweckte Neugierde von Schülerseite. Der sehr offene Referent, dem man seine Erfahrung in solcherlei Vorträgen anmerkt, beantwortet sie geduldig. Man bemerkt schnell die  offenkundige Freude daran, den Wissensdurst dieser jungen Generation stillen zu können, die all die verdrießlichen Unvorstellbarkeiten der DDR nie vergessen und die Erinnerung immer weiter tragen soll.

Man kann also sagen, dass die beiden letzten Schulstunden der Woche an diesem Freitag kaum besser hätten genutzt werden können, denn die Schüler verlassen den Raum auf jeden Fall bereichert und sicher auch mit vielen Impulsen zum Nachdenken im Kopf. Spätestens nach solch einer Begegnung wird wohl keiner von ihnen mehr behaupten, Geschichte sei langweilig und verstaubt. Und so würde es sicher auch großen Zuspruch finden, wenn in Zukunft öfter solche Vorträge stattfänden, denn kaum etwas bringt einem die Geschichte so nah wie der Life- Austausch mit Menschen, die Phänomene und Zeiten wie die DDR selbst durchlebt, durchlitten und erfahren haben.

Anja Mentzel

Wilhelm Schlemmer
Der 1938 in Naumburg an der Saale geborene Autor wuchs in Leipzig auf. Weil er nach der achten Klasse wegen „negativer gesellschaftlicher Haltung“ aus der Schule entlassen wurde, absolvierte er zunächst eine Handwerkerlehre  und nahm danach ein Studium der Theologie am Theologischen Seminar Leipzig auf. Anschließend war er Gemeindepfarrer in Lobsdorf (nebenamtlich zugleich Studentenpfarrer in Glauchau) und in der Leipziger Michaelisgemeinde. Er ging einem Lehrauftrag am Theologischen Seminar Leipzig nach und war von 1982 bis 1993 Superintendent in Freiberg (Sachsen). In dieser Funktion leitete er in der Wendezeit 1989/90 den Runden Tisch. Wilhelm Schlemmer war von 1994 bis 2003 Oberkirchenrat beim Bevollmächtigten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bonn und Berlin. Ehrenamtlich tätig ist er für UNICEF, im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, im Haus der Geschichte (Bonn und Leipzig) und seit dem Ruhestand auch in der Gemeinde Schulzendorf bei Königs Wusterhausen. Er kann auf zahlreiche Veröffentlichungen in theologischen Fachzeitschriften verweisen. 2003 verlieh ihm Bundespräsident Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
 
Lebensraum zwischen Barrikaden
Alltagsszenen aus einem Pfarrhaus in der DDR
Reihe: Erinnerungen
2. Auflage 
144 Seiten, Taschenbuch (Paperback)
EUR 8,90 • ISBN 978-3-8280-2625-4