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Dienstag, 24.09.2019

Deutsch

Sicherheit in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, sowohl im Mündlichen als auch im Schriftlichen, und ein kompetenter Umgang mit Texten sind grundlegende Voraussetzungen für Studium und Beruf. Der Deutschunterricht trägt in besonderem Maße dazu bei, diese Fähigkeiten zu erwerben.

Die Hauptlernbereiche sind:

  • Sprechen und Schreiben
  • Umgang mit Texten und Medien
  • Reflexion über Sprache (Rechtschreibung, Grammatik, Wortlehre usw.)


An altersgemäßen Sachtexten lernen die Schülerinnen und Schüler, Informationen zu entnehmen. Daneben werden literarische Texte behandelt, welche auch ästhetische Kenntnisse vermitteln und zu einer reflektierenden Teilnahme am kulturellen Leben befähigen.

Einen weiteren Unterrichtsgegenstand bildet der Umgang mit den neuen Medien.
Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sie verantwortungsvoll und kritisch als Arbeitsmittel und Informationsquelle zu nutzen.

Liv Lauer beste Vorleserin 2018

Die Schulgemeinschaft des Gymnasiums am Rotenbühl gratuliert Liv Lauer (6b1) sehr herzlich zu ihrem Sieg beim diesjährigen Schulentscheid im Vorlesewettbewerb der 6. Klassen. Am Montag, den 03. Dezember wurde in der Schülerbibliothek aus allen Klassensiegern die beste Vorleserin der Schule ermittelt. Liv konnte mit einer souveränen Vorleseleistung aus dem Fremdtext "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry die Jury bestehend aus Frau Ott, Frau Löhr und Frau John von sich überzeugen. In der ersten Runde las sie aus "Die magischen Augen von Stonehill" von Juma Kliebenstein.

Wir wünschen Liv bereits jetzt viel Erfolg beim Stadtentscheid, der Anfang des Jahres 2019 in der Stadtbibliothek Saarbrücken stattfinden wird.

Deutsch als Zweitsprache (DaZ) am Gymnasium am Rotenbühl (GaR)

Das Gymnasium am Rotenbühl versteht sich als multikultureller Lernort: Zurzeit besuchen Schülerinnen und Schüler mit 26 verschiedenen Nationalitäten unsere Schule.

Mehrsprachigkeit und Multikulturalität müssen im Schulalltag gelebt werden: Durch interkulturelle Offenheit und ethische Grundorientierung, durch Pflege internationaler Begegnungen und Partnerschaften (auch im Sport) und durch Offenheit für alle Fragen der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Dies umso mehr seit sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Deutsch als Erstsprache aus vielerlei Gründen (Zuwanderung, Flucht, Migration) deutlich erhöht hat.

Im Juni 2018 wurde das GaR als Botschafterschule des Europäischen Parlaments zertifiziert und wies damit nach, dass neben Mehrsprachigkeit, Multikulturalität, Toleranz und Respekt auch die politische Bildung und Werteerziehung zu Demokratie und Menschenrechten in vielfältiger Weise gefördert werden.
Zur Unterstützung der Schülerinnen und Schülern ohne Erstsprache Deutsch bieten wir Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an. Die Schülerinnen und Schüler werden in kleinen Gruppen in unterschiedlichen Niveaustufen in Deutsch unterrichtet. Dieses Angebot richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen des GaR mit Bedarf an Deutschförderung, unabhängig von der Herkunft und Nationalität.

Weitere Auskünfte erteilen Frau B. Bernd und Frau G. Gachot.

Kinderbuchautor Holger Montag am GaR - eine besondere Deutschstunde

Am 3. Dezember 2018 las der Autor und Illustrator Holger Montag der Klasse 5b eine moderne Fassung eines alten Märchens vor.

Pünktlich um 8 Uhr betrat Herr Montag in Begleitung von Herrn Göttert das Klassenzimmer. Nora und Petro begrüßten Herrn Montag und stellten die Infos vor, die sie über ihn im Internet gefunden hatten.

  • Er wurde am 7. April 1970 in Saarbrücken geboren,
  • er hat ca. 8 Kinderbücher und Romane geschrieben, darunter „Uxe & die Calaveras“ und „Reisen mit Pippo“,
  • er ist Zeichner und Illustrator.

Nach der Begrüßung las Herr Montag seine moderne Fassung des Märchens „Kalif Storch” vor. Die Klasse fand den Vortrag toll, vor allem die witzigen Dialoge, die Herr Montag mit verschiedenen Stimmen sprach.

Danach lasen einige Schüler ihre eigenen Texte vor. Es handelte sich dabei um Szenen aus „Kalif Storch”, die sie selbst geschrieben hatten. Herr Montag gab uns einige Tipps und Topps.

Zum Abschluss stellten Seraina und Nathalie Fragen an Herrn Montag, die vorher im Deutschunterricht gesammelt worden waren. Dadurch haben wir herausgefunden:

Herr Montag liebt den Beruf „Schriftsteller”. Besonders viel Spaß hat er daran, seine eigenen Geschichten zu erfinden.

Zuerst hat Herr Montag Bilder gemalt. Weil er oft von Leuten gefragt wurde, was die Geschichte hinter dem Bild war, fing er an, kleine Texte zu seinen Bildern zu schreiben. Mittlerweile ist der größte Teil seiner Arbeit das Schreiben von Texten.

Schon als Kind wollte Herr Montag Bücher schreiben. In der Schule hatte er aber leider nicht die perfekten Noten in Deutsch. Er war richtig gut darin, Geschichten zu schreiben, schrieb aber so enthusiastisch, dass seine wundervollen Sachen ein bisschen am Thema vorbeigingen.

Zum Abschied schenkte die Klasse Herrn Montag eine Karte, die alle Schüler der 5b unterschrieben hatten.

Nathalie Cremers

Unser Wandertag - ein Schülerbericht von Marit Petto (7ab)

Am Dienstag, den 19.09.2017, traf sich meine Klasse, die 7AB des Gymnasiums am Rotenbühl, mit unseren beiden Klassenlehrerinnen an der Bushaltestelle Tabaksweiher in St.Arnual. Grund für das Treffen war der Wandertag zur Alpakafarm in St.Arnual.
Pünktlich um 8.30 Uhr waren alle Schüler und Lehrerinnen, außer Max und Emil, anwesend.
Um 8.35 Uhr startete die Wanderung. Um 9.05 Uhr kamen wir auf der Alpakafarm an.
Wir wurden schon von den beiden Besitzern der Farm, Christiane und Reiner, erwartet. Zunächst erzählten sie uns über das Aussehen der Tiere, ihre Eigenschaften und vieles mehr.
Danach gingen wir auf eine Weide mit Alpakas und Lamas. Wir fütterten sie, streichelten sie und machten Fotos mit ihnen.Einige Alpakas kämpften. Der Führer meinte, dass dies normal für die Tiere sei und dass das nur harmlose Machtkämpfe seien.
Als wir nach einer halben Stunde wieder von der Weide zurückkamen, setzten wir uns auf Bänke und aßen unser mitgebrachtes Frühstück.
Anschließend stand die Wanderung mit den Hengsten an.
Zuerst trieben alle Schüler mit Reiner die Hengste zusammen, bis sie in einer Ecke der Hengstweide standen. Reiner zog den Hengsten Zaumzeug an und verteilte die Tiere. Jeweils zwei Schüler bekamen ein Tier, um es an der Leine zu führen.
(Alle 93 Lamas und Alpakas auf dem Hof haben Namen, z.B. Neville, Sancho, Tim, Kosmos, Charis, Kira, Cito und Detler.)
Wir bekamen noch ein letztes Mal die Regeln von Reiner erklärt und dann ging es los. Die Wanderung verlief durch das Farmgelände und durch den Wald. Zwischendurch machten wir eine Pause, damit die Tiere fressen konnten.
Viele Lamas und Alpakas rannten die Berge herunter, obwohl Rennen verboten war! Nur mit Mühe konnten die Kinder ihre Tiere wieder beruhigen.
Unterwegs sahen wir noch viele andere Tiere: Wir beobachteten vier Esel und entdeckten in einem Garten mehrere Hühner.
Nach ungefähr 45 Minuten war die Wanderung zu Ende und unser Wandertag auch schon fast vorbei.
Einige Kinder kauften sich noch Sachen in dem Shop der Alpakafarm, Constantin beispielsweise kaufte sich ein kleines Plüschalpaka.
Die anderen warteten draußen und aßen noch etwas.
Nachdem alle fertig waren, wanderten wir zurück zur Bushaltestelle, wo wir um 12.40 Uhr ankamen.
Um 12.45 Uhr war die Veranstaltung offiziell beendet und alle, Schülerinnen, Schüler und Lehrerinnen, machten sich auf den Heimweg.

„Lesen ist Kino im Kopf“ – Vorlesewettbewerb 2016/2017 am Gymnasium am Rotenbühl

Die diesjährigen Klassensiegerinnen und Klassensieger mit Frau Bost.
Die Jury des Schulentscheids mit der Siegerin Ida.

Nicht mehr nur Bücher und Comics, sondern Smartphones und Tablets sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Käme es da nicht gelegen, ebensolche mittels eines Wettbewerbs wieder für das Lesen bzw. für das sogenannte „Kino im Kopf“ zu begeistern und bereits Begeisterte in ihrer Leselust zu bestärken?

Der bundesweit durchgeführte Vorlesewettbewerb ist eine solche Gelegenheit. Das Gymnasium am Rotenbühl nimmt seit vielen Jahren erfolgreich an diesem Wettbewerb teil. Dieser richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassestufe 6 und erfreut sich allseits großer Beliebtheit an unserer Schule.

Dieses Jahr waren es die Klassensieger

Moritz Anterist (Kl. 6S),

Anais Bell Gamez (Kl. 6A2S),

Ida Trenz (Kl. 6AB),

Sophie Wehberg (Kl. 6B) und

Ekaterina Wolf (Kl. 6A1), die sich der Herausforderung, Schulsiegerin oder Schulsieger zu werden, stellen durften.

Zwei Runden mussten die Schülerinnen und Schüler in der weihnachtlich dekorierten Schülerbibliothek bestreiten. In der ersten Runde lasen sie aus einem Buch eigener Wahl, in der zweiten Runde mussten sie mit einem  Fremdtext vorliebnehmen. Bei dem Fremdtext handelte es sich – in Anlehnung an das letzte Wettbewerbsjahr – um Cornelia Funkes zweiten Bestseller-Band: Tintenblut. Unter Beweis stellen mussten die Wettbewerbsteilnehmer nicht nur ihre Lesetechnik (neben Lesetempo  z. B. auch Lesefluss), sondern auch die Interpretation des Textes mittels des Lesens, insbesondere der Betonung.

Bewertet wurden die Fünf von einer Jury, die sich ähnlich wie im letzten Jahr zusammensetzte: Die beiden Deutschlehrer Volker Simshäuser und Lorenza Bucceri wurden nicht nur von der Oberstufenschülerin Theresa Dieter (12 Tutorkurs Kloß) und der ehemaligen Schul- und Bundeslandsiegerin Nathalie Weber (Kl. 9AB) kompetent unterstützt, sondern auch von Katrin Gilles (Kl. 7A), der Schulsiegerin und Gewinnerin des Stadtentscheides des vergangenen Jahres. Nach der zweiten Runde war der Jury klar, dass alle verdiente Klassensieger waren, denn alle hatten hervorragende Leistungen gezeigt. Nach einer längeren Beratungsphase entschied sich die Jury letzten Endes für Ida Trenz, die mit ihrer klaren Stimme und lebhaften, aber dosierten Betonung alle restlos überzeugen konnte.

Im Büro der Schulleiterin Jutta Bost, die an dem Wettbewerb als Zuschauerin teilgenommen hatte, wurde schließlich der Sieg verkündet. Mit diesem hat sich Ida Trenz nicht nur einen Büchergutschein, sondern auch die Qualifizierung für den Regionalentscheid auf Kreis- bzw. Stadtebene erstritten. Sie kann sich sicher sein, dass sie bei der Vorbereitung auf diesen Entscheid von Schülern und Lehrern tatkräftig unterstützt wird. Wir wünschen ihr von Herzen viel Erfolg!  

Lorenza Bucceri

Katrin Gilles mit tollem Auftritt beim Landesentscheid des Vorlesewettbewerbs 2015/2016

Sieben Mädchen und sieben Jungen traten an beim Landesentscheid des Vorlesewettbewerbs. Die Jury hatte keine leichte Entscheidung, denn es wurden bemerkenswerte Leistungen gezeigt. Auch Katrin hatte sich sehr gut vorbereitet. Am Ende konnte sich Matteo Vontz vom Waderner Hochwaldgymnasium durchsetzen.

Bericht über den Stadtentscheid beim Vorlesewettbewerb 2015/2016

Unsere Schulsiegerin, Katrin Gilles, berichtet:

Am Montag den 14.03.16 trafen sich die besten Leser der Schulen aus Saarbrücken in der Stadtbibliothek. Jedes Kind hatte sein Lieblingsbuch mitgebracht. Einige meiner Freunde und meine Deutschlehrerin, Frau Albrech-Perrier, begleiteten mich. Zuerst war ich, wie alle anderen Vorleser auch sehr aufgeregt. Nach einer kurzen Begrüßung lasen wir aus unseren Lieblingsbüchern vor. Ich kam als Dritte an die Reihe. Während ich nach vorne ging, war ich sehr aufgeregt. Als ich kurz mein Buch vorgestellt hatte, war die Aufregung verflogen und es machte richtig Spaß.

Nachdem alle Kinder aus ihrem eigenen Buch vorgelesen hatten, gab es eine kurze Pause, in der sich die Jury beriet. Natürlich stieg jetzt die Aufregung, da man wusste, dass sehr viele gute Leser dabei waren.

In der zweiten Runde lasen wir aus einem fremden Buch vor. Es war nicht so leicht, aber nach ein paar Sätzen hatte man sich eingelesen. Nach dieser Runde folgte eine längere Pause, in der man essen und trinken konnte, aber auch Bücher anschauen.

Jetzt war Aufregung pur! Die Siegerehrung!

Nacheinander wurden wir alle nach vorne gerufen und bekamen eine Teilnehmerurkunde und ein Buch geschenkt.

Da es aber ein Wettbewerb war, mussten zwei Sieger ermittelt werden. Als erstes wurde Paula K. genannt, und als dann mein Name fiel, war ich überglücklich. Die Vorbereitung mit Frau Albrech-Perrier hatte sich gelohnt! Ich bin froh, dass sie mich so unterstützt hat und freue mich, dass sie mir bei der nächsten Runde wieder unter die Arme greift.

Der Nachmittag hat uns allen viel Spaß gemacht!

                                                                                                                                                  Katrin Gilles

Lesende Schule: Vorlesewettbewerb 2015/2016

„Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz“, heißt es in dem Jugend-Bestseller Tintenherz von Cornelia Funke. Eine Leidenschaft für Bücher besitzen wohl auch Katrin Gilles (Kl. 6a), Victoria Gordijenko (Kl. 6b), Teodora Banciu (Kl. 6ab), Etienne Opdenplatz (Kl. 6s1) und Emma Blumann (Kl. 6s2), denn diese SchülerInnen gingen als Sieger aus den Klassenentscheiden des Vorlesewettbewerbs 2015/16 der Sechserklassen hervor.

Am 02. Dezember 2015 traten sie anschließend im Schulentscheid vor einer Jury gegeneinander an. Diese bestand aus der Schulsiegerin des vorherigen Jahres Franziska Hasel (Kl. 7a2), der ehemaligen Schul- und Bundeslandsiegerin Nathalie Weber (Kl. 8b), der Oberstufenschülerin Theresa Dieter (11-KLS) und den beiden Deutschlehrern Volker Simshäuser und Lorenza Bucceri.  In der ersten Runde lasen die TeilnehmerInnen aus einem selbst gewählten Buch, in der zweiten Runde mussten sie ihr Können an einem Fremdtext – Funkes Tintenherz – unter Beweis stellen. Bewertet wurde neben der Lesetechnik auch die Interpretation des Textes, die die Lesenden in ihre Stimmen hineinlegten. Alle SchülerInnen lasen sehr engagiert und sinnstiftend. In der zweiten Runde konnten sie ihre Leistungen sogar noch einmal steigern, sodass die Jury vor der nicht einfachen Aufgabe stand, den letztendlichen Schulsieger zu ermitteln.

Das Rennen machte dann aber Katrin Gilles, die mit ihrer klaren Aussprache und sinnhaften Betonung überzeugte. Im Rahmen der anschließenden Siegerehrung im Büro der Schulleiterin Jutta Bost gewann Katrin Gilles neben der Qualifizierung für den Regionalentscheid auf der Kreis- bzw. Stadtebene auch einen Büchergutschein. Die restlichen KlassensiegerInnen gingen mit kleinen Trostpreisen nach Hause und vor allem – wie sie einstimmig bestätigten – mit einer schönen Erfahrung im Gepäck.

L. Bucceri

Vorlese-Siegerin beim Stadt-Entscheid: Nathalie Weber, 6b

Nachdem Nathalie Weber die schulinterne Jury am 13. Dezember 2013 von ihren Vorlesequalitäten überzeugt hatte, trat die Schülerin der Klasse 6b nun am 17. März 2014 beim Saarbrücker Stadtentscheid an. Die 17 in der Stadtbibliothek versammelten Schülerinnen und Schüler von Saarbrücker Gemeinschaftschulen und Gymnasien trugen jeweils eine Passage aus einem selbst gewählten Text und aus einem vorher unbekannten Text vor. Nathalie beeindruckte die Zuhörer mit einer mitreißenden Passage aus „Igraine Ohnefurcht“ von Cornelia Funke und zeigte sich bei „Norden ist, wo oben ist“ ruhig und routiniert.

Wir drücken Nathalie für den Landesentscheid am 07. Mai 2014 fest die Daumen!

S.John

Lesende Schule!

Unsere Schulsiegerin Laetitia Cazzini mit Bildungsminister Commercon.

Am Mittwoch, den 10.Oktober 2012 fand im Ministerium für Bildung und Kultur die Verleihung der Auszeichnung "Lesende Schule" statt.

Diese Auszeichnung erhalten die Schulen, die mit all ihren Klassen des 6.Schuljahres an dem Vorlesewettbewerb der "Stiftung Lesen" teilnehmen.

Wie schon in den vergangenen Jahren hatte unser Gymnasium am Rotenbühl auch im Schuljahr 2011/2012 wieder an dem bundesweit durchgeführten Wettbewerb teilgenommen und eine Schulsiegerin ermittelt. Im letzten Jahr war dies Laetitia Cazzini aus der jetzigen Klasse 7a1.

In der Begleitung von Frau Peiler, die im vergangenen Jahr den Wettbewerb in der Schule organisiert hatte, nahm Laetitia nun an der festlichen Verleihung der Auszeichnung durch den Minister Herrn Ulrich Commercon teil.

Während der Feier bedankte sich der Kultusminister bei allen teilnehmenden Schulen und betonte in seiner sehr auf die Schülerinnen und Schüler ausgerichteten, teilweise recht humorvollen Rede die große Bedeutung eines solchen Lesewettbewerbes.

Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr statt der bisher überreichten Kunststoffplaketten Bücherpreise und Autorenlesungen vom Friedrich-Bödecker-Kreis verlost.

Da viele Schulen des Saarlandes vertreten waren und nicht alle einen Preis bekommen konnten, war die Spannung sehr groß, als die Glücksfee, die Landessiegerin des Vorlesewettbewerbes, immer wieder in die Lostrommel griff und die Gewinner vorlas.

Aber wir hatten Glück! Nach einiger Zeit fiel endlich der Name unserer Schule und Laetitia konnte stolz aus der Hand von Minister Commercon einen Gutschein in Empfang nehmen, mit welchem uns eine Lesung durch einen Jugendbuchautor für die Schule geschenkt wurde.

Im kommenden April werden nun zwei Klassen unserer Schule die Jugendbuchautorin Bettina Obrecht empfangen und in den Genuss einer Lesung und eines Gesprächs mit der Schriftstellerin kommen.

Monika Peiler

Lesung der Jugendbuchautorin Bettina Obrecht

Bei der Veranstaltung im Kultusministerium zu Beginn dieses Schuljahres, bei welcher wir von Minister Commercon als "Lesende Schule" ausgezeichnet wurden, hatten wir das Glück, eine Lesung für unsere Schule zu gewinnen.

Die Lesung wurde vom Friedrich Boedecker - Kreis organisiert und wir durften uns nun einen Autor und einen Termin aus dem Programm aussuchen.

Da der Kreis der Zuhörenden nicht so groß sein konnte, entschieden wir, die Klasse der damaligen Schulsiegerin Laetitia Cazzini, die 7a1, und die 8a1 in den Genuss dieser Lesung kommen  zu lassen. Eine Autorin, die einen vielversprechendes Buch zu einer dieser Altersklasse angemessenen Thematik geschrieben hatte, ist Bettina Obrecht.

Wir luden sie ein und am 25. April war es dann soweit!

In der 3. und 4. Stunde versammelten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a1 und 8a1 im Musiksaal und warteten gespannt auf das, was kommen würde.
Als Bettina Obrecht eintraf,  stellte sie sich zunächst den Schülern vor, erzählte, dass sie ihre meisten Bücher für jüngere Kinder geschrieben hat, dass sie sich nun aber zunehmend mehr auch an Jugendliche wendet, da auch ihr eigener Sohn jetzt das jugendliche Alter erreicht hat und sie dadurch auch ganz direkten Zugang zu Themen hat, die die Jugendlichen betreffen.

Dann führte uns die Autorin in ihr Buch "Isoliert" ein und begann, einige Textstellen daraus vorzulesen.

Spätestens da hatte sie ihre Zuhörer alle gepackt: Denn beim Lesen spürte man, wie sie sich mit der Thematik auseinandergesetzt hatte und wie lebendig sie ihre Charaktere gestaltet hatte und nun "auftreten" ließ!

"Isoliert",  bei Bloomsbury, Berlin, 2008 (in der 2.Auflage im April 2010), erschienen, erzählt eine fiktive Geschichte, die allerdings von der Wirklichkeit schon in einigen Aspekten eingeholt worden ist.

In der Taschenbuchausgabe wird folgendermaßen in die Handlung eingeführt:

"Stell dir vor, du kommst aus einem Traumurlaub: Sonne, Palmen, weißer Sand. Allerdings ist in deinem Feriengebiet ein gefährlicher Virus aufgetreten. Für dich und zweitausend weitere Urlauber heißt das Quarantäne, 40 Tage Isolation, kein Kontakt zur Außenwelt. In deiner Wohnung werden Überwachungskameras installiert. Jeder kann einen Zugangscode bekommen. Von nun an wirst du überwacht von Millionen Augen - natürlich alles zum Schutze der Allgemeinheit..."

Neben der spannenden Handlung, die uns in die verschiedenen Wohnungen führt und auch die Seite der "Beobachter" zum Inhalt macht, hat der Text auch eine besondere Form: Er liest sich in weiten Teilen wie ein Drehbuch, also mit verteilten Rollen und Regieanweisungen.

Die Schülerinnen und Schüler und auch wir Lehrerinnen hörten Frau Obrecht gebannt zu und wir hätten noch sehr lange weiter zuhören können.

Die Schriftstellerin stellt in einer spannenden Handlung vor allem das Thema der Nachrichtenpolitik und den kritischen Umgang mit Medien in den Vordergrund.
Die Aspekte des "Überwacht -Werdens" und des "Überwachens" sind ja nicht weit hergeholt: Wenn man die zahlreichen Sendungen im TV - Angebot liest, die mit dieser Thematik zu tun haben, wird einem klar, wie aktuell Bettina Obrecht mit ihrem Buch ist.

Im anschließenden Gespräch zwischen der Autorin und den Schülerinnen und Schülern wurden teils vorbereitete Fragen zum Beruf des Schriftstellers, teils auch zahlreiche Fragen zur Thematik gestellt, die zeigten, dass die Lesung für alle sehr interessant gewesen ist und bestimmt viele dazu angeregt hat, sich das Buch zu kaufen. Frau Kirchner und ich haben das schon getan. Zudem kann man es sich in der Schülerbibliothek zum Lesen ausleihen! Und auch ein Buch, das Frau Obrecht gerade in Arbeit hat zum Thema "Mobbing", wird sicherlich unter uns auch Leser finden.

Insgesamt waren wir alle glücklich mit dieser gelungenen Veranstaltung: Wir haben eine neue Autorin kennengelernt, die wir uns merken werden, und es war ein Erlebnis, sie nicht nur über ihr Buch sondern persönlich kennenzulernen.
Die zahlreichen Anfragen nach Autogrammen am Ende der Veranstaltung und die Gespräche zur Nachbereitung im Unterricht ließen das erkennen.

M.Peiler

Ohren auf! Radionacht 2012

Die ARD-Hörfunkprogramme veranstalten alljährlich eine Radionacht für Kinder, an der die Klasse 6b2 in diesem Jahr gut vorbereitet und mit großer Begeisterung teilnahm.

Am Nachmittag des 29. November 2012 erfuhren die 26 Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrerinnen Frau Stefanie Müller und Frau Sabine John bei einer kurzweiligen Führung durch die Hörfunk- und Fernsehgebäude des Saarländischen Rundfunks, wie „Radio gemacht“ wird.

Nach dem Blick hinter die Kulissen erfolgte im Rahmen eines Unterrichtsgangs eine gelungene Annäherung an das Thema des anstehenden Radio-Marathons: Im winterlich-frostigen „Saar-Urwald“ wurde die Klasse mit saarländischen Sagen und Mythen auf die spannenden Geschichten unter dem Motto „Ritter, Burgen, Spukgewitter“ eingestimmt.

Von 20.00-01.00 Uhr wurde dann in der Schule Radio gehört und anschließend auch in zwei Klassensälen übernachtet. Selbst nach der „schlafarmen“ Nacht verliefen Frühstück und Aufräumen noch munter und freundlich, so dass die Lehrerinnen die anstrengende Aktion nur als „gelungen“ bewerten können- es hat Spaß gemacht, ihr Poltergeister!

Sabine John
 

Alles Barock heute noch? (Klasse 10)

Etwas das wohl jeder Schüler „liebt“: Lernen – jeder auf seine Art und Weise. Durch Stillarbeit, Gruppenarbeit, stundenlanges Grübeln, durch Eselsbrücken, durch einen guten Nachhilfelehrer oder manche haben auch das Glück einer natürlichen Begabung.

Bei dem Thema Barock durfen die Schüler der Klasse 10b2 den Stoff auf ihre ganz eigene Weise lernen: Eine Projektarbeit bei der ihnen vollkommen freie Hand gelassen wurde.
Logisch das hierbei auch ganz unterschiedliche Arbeiten entstanden sind. Es gab drei Filme und vier Fotoarbeiten , wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten.

Das Projekt mit der besten Noten, einer 15, war eines der Fotoprojekte von Alina, Adriane, Elena und Anna. Sie hatten drei Plakate, in denen sie die drei Motive Carpe Diem, Vanitas und Memento Mori vorführten. Es gab zu jedem Thema eine Geschichte mit einem zugehörigen Bild und Beispiele für die jeweilige Einstellung zum Leben. Als schöne Beispiele empfand die Klasse das Platzen einer Seifenblase und das Zerrinnen des Sandes in einer Sanduhr, als Zeichen für die Vergänglichkeit (Vanitas).

Zwei der anderen Fotoprojekte waren sich von der Grundidee her sehr ähnlich.  Es könnte daran liegen, dass die Gruppen zuvor eine waren und sich im Laufe der Arbeitszeit wieder getrennt haben. Beide Gruppen behandelten das Motiv Carpe Diem, was für „Lebe den Tag“ steht:
Eine Gruppe stellte einen Tagesablauf, angefangen mit einem verregneten aber doch heiteren Morgen, über eine Geburtstagsfeier mit Freunden bis hin zur heimlichen Party, dar. Diese Gruppe zeigte auch die Schattenseite von Carpe Diem, in dem sie auf dem letzten Foto darstellten, wie sich eine der Freundinnen übergibt, da sie es auf der Party übertrieben hatte; also den Tag zu sehr gelebt hat.
Die andere Gruppe erarbeitete für ihr Projekt eine Art Bilderalbum mit Aktivitäten, die für sie Lebensfreude ausdrücken, wie z.B.  Backen, was Kindheitserinnerungen weckt oder Singen, was das Peinlichkeitsgefühl verschwinden lässt.

Die letzte Fotogruppe legte mehr Wert  auf Witz. Sie überzeugten mit lustigen Sprüchen in Form eines Gedichts. Es geht um einen Jungen der seinen letzten Tag in seiner Stadt mit möglichst viel Spaß verbringen will. Ein Beispiel für einen Reim war: „Alle Freunde feuern ihn dabei an, wie Nico freizügig rumlaufen kann“.

Nun zu den Filmgruppen.  Auch hier waren alle drei Motive vertreten.
Angefangen hat eine Gruppe mit dem Motiv Vanitas, die Filmausschnitte von heruntergekommenen Industriegebieten zeigte und diese mit dramatischer Musik unterlegte. Von dem anfangs schönen Stück Land ist nicht mehr viel übrig geblieben – das wollte diese Gruppe demonstrieren.

Eine weitere Gruppe behandelte das Motiv Memento Mori. In ihrem Video über alltägliche Gefahren und Katastrophen, wie Flugzeugunglücke oder Autounfälle, unterlegten sie zu den einzelnen Ausschnitten jeweils Text mit den Anfangswörtern „Angst vor..“ .  Durch gute technische Kenntnisse wirkte das Video sehr professionell und auch Ausschnitte aus Filmkllassikern berührten die Mitschüler.

Die Ernsthaftigkeit ließ mit der letzten Gruppe dann wieder nach. Mit viel Witz erzählten sie die tragische Geschichte eines unbeliebten Jungen, der nur noch ein paar Tage zu leben hatte.  Das Motiv Vanitas kommt an diesem Punkt zum Vorschein, denn sein Leben ist vergänglich. Der Junge beschließt seine letzten Tage „zu leben“, verändert sein Auftreten und wird plötzlich von allen gemocht. Er genießt seine  letzten Tage, ganz nach dem Motiv „Carpe Diem“.

Diese spezielle Form des Lernen sorgte für viel Spaß und letztendlich mehr als zufriedene Schüler.

Laura Mathieu und Julia Port 

Märchen - ganz modern (Klasse 5)

Hänsel und Gretel -  Eine moderne Fassung
Jack und Mary
Es waren einmal zwei Kinder, die hießen Jack und Mary. Sie hatten einen lieben Vater und  eine böse Stiefmutter. Eines Tages gewannen die Eltern einen Gutschein für zwei Wochen Wellnesshotel. Für zwei Personen! Sie wussten nicht, wohin mit den Kindern. Da meinte die böse Stiefmutter: „Ich werde die reizenden Kinderchen zu meiner Großtante bringen.“ 
Das tat sie dann auch, und die Eltern fuhren beruhigt im ICE los.
Jack und Mary aber waren nicht sehr glücklich. Ihre Stiefurgroßtante war Automechanikerin. Sie zwang Jack, bei ihr eine Ausbildung zu machen. Mary musste jeden Tag neue Automodelle entwerfen. Eines Tages konnte Jack nicht mehr. Er ließ sich erschöpft auf der Motorhaube eines Autos nieder. Als die böse alte Frau das sah, sperrte sie Jack in einen Kofferraum. Mary musste jeden Tag Autoscheiben putzen. Doch dann fiel der Frau etwas ein. Sie wollte, dass Mary den Führerschein machte. „Los, steig ein!“,knurrte die Alte und schob das Mädchen zu einem BMW. „Ich weiß nicht, wie“, jammerte Mary. Die alte Kröte öffnete die Autotür. Da stieß Mary sie hinein und schloss den Wagen mit dem Schlüssel, den sie noch   in der Hand hielt, ab. Dann befreite sie Jack und fragte:„Wusstest du schon, in welcher Autosorte du gerade sitzt?“ Weil er nicht antwortete, meinte Mary: „ Also gut, ich verrat‘s dir: Ein Opel Corsa!“ Da löste Jack sich aus seiner Erstarrung. Vor Freude schenkte er seiner Schwester ein T-shirt mit der Aufschrift „Supergirl“. Dann liefen Jack und Mary zur Polizei und erstatteten Anzeige gegen ihre Stiefurgroßtante. (Wegen dem Einsperren eines Jungen im Opel-Kofferraum und dem Versuch, einer Minderjährigen das Autofahren beizubringen!)
Als die Eltern wieder aus dem Wellnesshotel kamen, musste die Stiefmutter   dem Vater hoch und heilig schwören, die Kinder nie wieder in schlechte Hände zu geben. Die Automechanikerin stand jetzt in allen Zeitungen. Sie war zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Jack und Mary aber lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Jana Ludwig, Klasse 5b2 

Hänsel und Gretel, das Original
Ein modernes Märchen
Es war einmal vor ungefähr 3 Stunden, zwei Kinder. Sie gingen jeden Tag mit ihrer bösen Stiefmutter und ihren Vater (der immer betrunken war) in den Wald. Eines Tages hörte Gretel wie die Stiefmutter zum Vater sprach: „Diese Dreckskinder! Sie haben meine Schminke kaputt gemacht, und  meinen Kuchen gegessen! Wir schicken sie in den Wald! Wenn sie Glück haben, kommt Barack Obama und holt sie mit in die USA!“ „Jo-Jo“, rief der Vater. „wenn ich noch Morje Fußball gucke darf und Bier trinke kann, ist es mir wurscht! Aber trotzdem: Morje is es wichtig, dass ma früh ankomme, es spielt Morje Deutschland gegen Türkei!“
Gretel lief aufgeregt zu ihren Bruder: „Hänsel, Hänsel! „Unsere Eltern wollen uns morgen im Wald aussetzen, und ach ja, du schuldest mir 3,50!“. Hänsel, der so superschlau war, ging nach draußen und holte ein paar Steine, die glänzten. Am nächsten Morgen wurden sie früh aufgeweckt. Jeder bekam ein Stück Brot. Als sie losgingen, drehte sich Hänsel die ganze Zeit um. Die böse Frau fragte, warum er das tue. Da antwortete er: „Ach, da oben sitzt meine Katze. Wer wird ihr jetzt Fressen geben?“ Da schrie sie: „Jetzt komm, du bescheuertes Kind, oder ich klatsch dir eine!“
Im Wald angekommen, schliefen sie direkt ein. Als die Kinder aufwachten, weinte das Mädchen: „Oh Hänsel, du Blödmann! Die Steine, du hast sie nicht auf den Weg fallen lassen!“. „Hä?“, fragt der Junge. „Ich hab sie mitgenommen zum Essen!“ Sie gingen eine Weile hin und her bis sie an einen Haus ankamen, das aus Lebkuchen bestand. Gierig machten sich die Kinder daran. Danach legten sie sich zum Schlafen auf den Boden. Plötzlich erklang eine Stimme: „Knusper, knusper Knäuschen. Wer knuspert an meinem …?“. „Ruhe, ich will pennen!“, schrien die Kinder. Eine Gestalt kam heraus. Es war eine Hexe .Sie war so hässlich, dass die Kinder erneut schrien. Sie packten die Hexe und schmissen sie in den Ofen. Sie verbrannte, dabei sang sie: „It’s my life…“. Die Kinder klauten ihr Gold und verschwanden.
Sie fanden wieder den Weg nach Hause. Der Vater war da und fing an zu weinen. So konnte jeder das Spiel Deutschland gegen die Türkei sehen. Und wenn sie nicht gestorben sind, was ich bezweifle, dann stänkern sie noch heute.

Ines Shkembi, Klasse 5b2  

Machen Kleider Leute? Ein Gerichtsspiel zu Gottfried Kellers Novelle (Klasse 8)

Wir, die  Klasse 8b2, haben im Deutschunterricht im Schuljahr 2008/09 die Lektüre „Kleider machen Leute“ behandelt.

Erstmal eine kurze Zusammenfassung, da bestimmt einige von euch das Buch noch nicht gelesen haben (für die Jüngeren unter euch: kommt bestimmt noch!):

Um was geht's?

In dieser Lektüre geht es um den arbeitslosen Schneider Wenzel Strapinski, der wegen seinem vornehmen Aussehen und Verhalten für einen Grafen gehalten wird. Er nimmt unfreiwillig seine Rolle als Graf in dem Dorf Seldwyla an und genießt dabei auch so manche Vorrechte, wie z.B. Essen umsonst. Als er dann auch noch der hübschen Nettchen begegnet und sich in sie verliebt und später sich sogar mit ihr verlobt, fliegt plötzlich der Betrug auf. Nettchen will ihn jedoch aus Liebe trotzdem heiraten. Im Buch wird Wenzel freigesprochen.

Um festzustellen ob wir ein ähnliches Urteil fällen würden, haben wir als etwas größeres Rollenspiel die Gerichtsverhandlung nachgestellt. Wir haben versucht, das Ganze so realitätsnah wie möglich nachzuspielen und einen echten Gerichtsaal nachgebaut. Wichtige Rollen waren natürlich die Charaktere des Buches, aber auch die Schöffen, Richter, Gerichtsdiener, der Polizist und auch die Geschworenen.

Wenzel auf der Anklagebank!

Am ersten April war es schließlich soweit, wir trafen uns vor dem „Gerichtsaal“ (Raum 143) und nachdem alle ihre Plätze gefunden hatten und ein kurzes Interview gehalten wurde, betraten die ehrenwerten Richter den Saal. Der Prozess begann mit den Plädoyers durch die Anklage (Adriane Höfeld und Till Ole Renger) und die Verteidigung (Laura Mathieu und Elena Evangelidis), als Erster wurde der Angeklagte Wenzel Strapinski (Tibor Sprick) vernommen, welcher wegen folgender Vergehen angeklagt wurde:

Absichtlicher Betrug
Vorspieglung falscher Tatsachen
Geldunterschlagung von ca. 732 Brabanter Taler
Heiratsschwindel
Verführung Minderjähriger
Missbrauch

Nachdem die Anklage verlesen wurde, wurde von „Wenzel Strapinski“ natürlich alles sofort abgestritten. Laut Wenzels Aussage hätte die gute Erziehung seiner Mutter ihm diese Taten gar nicht ermöglicht. Doch die Ankläger ließen nicht locker und brachten immer wieder neue Argumente auf, was Strapinski vorzuwerfen sei. Aber auch die Verteidigung war nicht schlecht und schloss schon so einige Argumente aus. Der Vorwurf des Heiratsschwindels und des Missbrauchs wurde sogar fast von Beginn an ausgeschlossen. „Denn wer würde einen Mann heiraten, der einen vorher belästigt hat?“, sagte die glücklich verlobte Nettchen bei ihrer Befragung. Interessanterweise stellte sich heraus, dass Wenzel –nach eigener Aussage- Nettchen bei seinem Besuch beim Staatsanwalt kennen gelernt hat! Dieser fragte nämlich „Wie lernten Sie Nettchen kennen?“
Darauf sagte er voller Überzeugung: „Ich habe Nettchen kennengelernt, als ich bei dem Staatsanwalt eingeladen worden bin...“
Naja, dieses Missverständnis wurde jedoch kurz danach aufgeklärt ;).

Auch später noch wurde durch den Angeklagten Skepsis hervorgerufen, z.B. durch eine fragliche Quittung, die von einem Wirt ausgestellt geworden sei, bei dem er sein Essen nicht bezahlt haben soll, was er aber nach wie vor abstritt. Nachdem es eine Ewigkeit lang keine Ergebnisse gab, wurde dieser Anklagepunkt erst einmal zurückgestellt, da der Aussteller der fraglichen Quittung mit einer Fischvergiftung im Bett lag.
Bei der späteren Befragung der Hilfsköchin wurde aber festgestellt, dass die Quittung höchstwahrscheinlich echt sei.

Wenzel schwer belastet!

Als erster Zeuge der Anklage stand der Kläger Melchior Böhni (gespielt von Laura Mechenbier) auf dem Programm, der voll und ganz davon überzeugt war, dass Wenzel in allen Punkten schuldig ist. Die Verteidigung versuchte, ihm mit allen Mitteln eine Straftat anzuhängen, um von den möglichen Straftaten Wenzels abzulenken. Unter anderem soll Böhni an einem illegalen Glücksspiel teilgenommen haben, dessen er sich auch gleich bezichtigte. Auf seine Anklage beharrte Böhni jedoch weiterhin, es sei doch etwas anderes, an einem illegalen Glücksspiel teilzunehmen, als ein ganzes Dorf zu „verarschen“. Aber er soll Nettchen ebenfalls belästigt haben, indem er ihr, trotz ihrer Minderjährigkeit, einen Heiratsantrag gemacht hat. Dies stritt er jedoch, genau wie Wenzel, unter Protest ab, er habe schließlich Nettchens Vater um Erlaubnis gebeten. Trotzdem darf Böhni den Ort vorerst nicht verlassen, da gegen ihn eventuell auch ein Haftbefehl erlassen werden sollte.

Nettchen steht zu Wenzel!

Die erste Zeugin der Verteidigung war die viel besagte Nettchen (Janis Herber), übrigens die Erste, die den Schwur auf Gott ablegte. Sie schilderte die Geschichte aus ihrer Sicht und schloss somit einige Zweifel an der Liebe Wenzels aus und bestätigte selbst, ihn trotz allem noch heiraten zu wollen. Sie war ebenfalls die erste, die Wenzels ehemaligen Schneidermeister beschuldigte, dass er, mit Böhni zusammen, Wenzel absichtlich hatte auffliegen lassen.

Ein leicht verwirrter Amtsrat

Nettchens Vater, der Amtsrat des Dorfes (gespielt von Jannik Schäfer), der ursprünglich auf der Seite der Anklage war, zeigte sich plötzlich unentschlossen, was die Schuld Wenzels anging: Er sagte, wenn Wenzel sich von Anfang an als das gezeigt hätte, was er wirklich war, hätte er der Hochzeit nie zugestimmt, vor allem weil Wenzel dann seiner Meinung nach Nettchen nur wegen des Geldes geheiratet hätte. Andererseits wollte er nur das Beste für seine Tochter, in der Liebe wie im Finanziellen, und würde deshalb der Hochzeit trotzdem zustimmen. Da der Amtsrat sich später widersprüchlich zu seiner vorherigen Aussage äußerte, wurde er vom Richter zur Ordnung gerufen, da er sich sonst einer Straftat bezichtigen müsste und verweigerte die weitere Aussage.

Der Kutscher ist sauer

Eine überraschende Wende nahm der Prozess jedoch, als der Kutscher (Behdad Majedabadi), der Wenzel anfangs ins Dorf brachte, vernommen wurde. Dieser hatte aus Wut auf die Undankbarkeit Wenzels das Gerücht, er sei ein Graf, in die Welt gesetzt. Erstaunlicherweise nahm der Kutscher in diesem Prozess die ganze Schuld auf sich, die eigentlich Wenzel erteilt wurde. Das sagte er jedenfalls am Anfang. Deshalb wiederholte die Staatsanwältin immer wider die Frage, ob er denn wirklich die ganze Schuld für das Verhalten und den Betrug Wenzels auf sich nehmen wolle. Nach langer Diskussion wurde der Irrtum schließlich von Schöffin Simone Rosinus aufgeklärt, da der Kutscher beim weiteren Verlauf der Handlung gar nicht dabei war und somit nicht schuldig sein kann.
Da der Wirt ja wegen einer Fischvergiftung nicht vernehmungsfähig war, wurde zumindest seine Anklage verlesen, in der eindeutig klar wurde, dass er Wenzel für schuldig hält. In seinen Augen sei Wenzel ein Betrüger, da er seinen besten Wein getrunken habe und sein Mahl bei ihm eingenommen habe, behauptet hätte, er sei verfolgt worden und darüber hinaus noch die Zeche geprellt habe. Dies führte natürlich wieder zu der unvermeidlichen Diskussion über die fragliche Quittung.

Umsonst geschlemmt?

Nach einer kurzen Mittagspause wurde deshalb die Köchin (Ivona Skopljanac) des Wirts, Zeugin der Verteidigung, aufgerufen. Sie bestätigte, wie bereits gesagt, dass der Wirt seine Quittungen immer so ausstelle. Die Staatsanwaltschaft gab allerdings zu bedenken, dass solche Quittungen –ohne Datum, Unterschrift und Ort- ungültig seien.
Danach wurde auch von der Köchin immer wieder bestätigt, dass Wenzel genug Gelegenheiten gehabt hätte, um klarzustellen, dass er kein Graf sei.

Als letzter Zeuge der Anklage wurde schließlich der ehemalige Schneidermeister von Wenzel (Francisca Werner) aufgerufen. Da er dachte, Wenzel wäre ihm wegen einer Geschäftsschwankung abgehauen, war er natürlich auch fest davon überzeugt, dass Wenzel ein Betrüger sei, da er sich anscheinend nicht um eine neue Arbeit bemüht hatte, sondern sich das Leben als falscher Graf schön gemacht hatte.

Den Vorwurf Nettchens, er hätte den Betrug absichtlich auffliegen lassen, wies er zurück, da er ihn nur als Bekannten begrüßt habe und nichts von seiner Grafenrolle wusste.
Damit wurde die Beweisaufnahme geschlossen und die Sitzung für kurze Zeit unterbrochen, damit die Richter und Schöffen ihre Plädoyers vorbereiten konnten und wieder einige Interviews gehalten werden konnten, um die Meinungen über den Verlauf der Verhandlung bis zu diesem Zeitpunkt festzuhalten. Nettchen und Agathe Bauer, Köchin im Gasthaus „Zur Waage“, meinten z.B., dass Wenzel wahrscheinlich in den meisten, jedoch nicht in allen Punkten freigesprochen wird, und sowie der Kutscher als auch Melchior Böhni befürchteten teilweise, dass ein Verfahren auf sie zukommen könnte. Der Amtsrat gab offiziell bekannt, seine Meinung geändert zu haben, und Wenzel sagte auf die Frage, wie es mit ihm und Nettchen denn weiterginge, dass sie auf jeden Fall heiraten würden, sofern er nicht ins Gefängnis muss oder die Todesstrafe bekommt...

Richter Simshäuser urteilt ...

Danach wurden die Plädoyers der Anklage und der Verteidigung verlesen, woraus Richter Simshäuser das Urteil zog, dass die Anklage des absichtlichen Betruges weiterhin bestand. Er erklärte in seinem Plädoyer à la Alexander Hold , dass die Geschworenen darüber zu urteilen hätten, ob absichtlicher Betrug in Tateinheit mit Vorspiegelung falscher Tatsachen bestand, eine Geldunterschlagung gegeben war, versuchter Heiratsschwindel begangen wurde und ob Missbrauch Minderjähriger in Tateinheit mit Missbrauch widerstandsunfähiger Personen bestand. Nachdem sich die Geschworenen beraten hatten, kamen sie schließlich mit dem Urteil zurück, das von dem Oberhaupt der Geschworenen verlesen werden sollte. Doch zuerst sollte Wenzel sein letztes Wort sprechen.
Er sagte, dass es ihm leid tut, nicht gesagt zu haben, dass er kein Graf ist und dass es ihm leid tut, dass er Melchior Böhni sein Geld nicht zurückerstattet hat, dass das aber noch passieren wird.

Dann verlas das Oberhaupt der Geschworenen das Urteil:

Im Punkt der Geldunterschlagung wird Wenzel freigesprochen, ebenso in den Punkten Heiratsschwindel, Verführung Minderjähriger und Missbrauch Minderjähriger. Er behält jedoch die Schuld im Punkt absichtlicher Betrug.

Wieder einmal zogen sich Schöffen und Richter zurück, um über das Urteil zu beraten. Die Meinungen, wie das Strafmaß ausfallen sollte, waren unterschiedlich, aber die Gefängnisstrafe wurde einstimmig abgelehnt. Es wurde über Tagessätze von drei Stück Kuchen spekuliert, was aber später als „zu gierig“ empfunden wurde, über die Todesstrafe (April, April!!!) und Geldstrafe. Aber bei der Kuchenstrafe sollte es bleiben, sprich einem „Festmahl“ für die Einwohner des Dorfes (bzw. die Einwohner unserer Klasse), und Wenzel sollte das Geld nebst Zinsen und Zuschlag, weil er so lange gebraucht hat, zurückzahlen. Gegen Melchior Böhni sollte ein zusätzlicher Prozess wegen übler Nachrede und Verleumdung eingeleitet werden. Nachdem Richter Simshäuser für das Volk und Herrn Wenzel Strapinski eine Moralpredigt gehalten hatte, erlaubte er Nettchen und Wenzel abschließend sogar eine UMARMUNG, bevor er die Sitzung endgültig abschoss.

Nach und nach sind jedenfalls wieder alle in der Gegenwart angekommen, und von der gespielten Schüchternheit „Wenzels“ war plötzlich nichts mehr zu spüren und er zitierte die Durchsage, die irgendwann während des Gerichtsspiels plötzlich aufgetaucht war: „Hey, Lukas, hast du schon gehört?? – Ja, Manuel!!“

Der „Amtsrat“ zeigte sich auf einmal auch entschlossen und schlug vor, den Film, der netterweise von Julius Kilger beim Gerichtsspiel gedreht wurde, während des Festbanketts gemeinsam anzusehen. Nachdem von Herr Simshäuser die Mitwirkenden des Gerichtsspiels (also alle) erwähnt und lautstark beklatscht und bejubelt wurden, erhielt auch Herr Simshäuser einen verfrühten Schokohasen als Geschenk und wurde auch von Beifall für seine überzeugende Rolle überhäuft.

Insgesamt war es außerordentlich spannend zu sehen, wie die Schüler in ihre Rollen schlüpften und sie auch alle äußerst überzeugend rüberbrachten, aber viel wichtiger ist, dass es uns allen total viel Spaß gemacht hat!!!


Catharina Marzi und Josefine Dusemund