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Sonntag, 17.11.2019

Darstellendes Spiel

„Der Mensch (...) ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Friedrich Schiller)

Seit dem Schuljahr 2010/11 bietet das Gymnasium am Rotenbühl seinen Schülern die Möglichkeit in der Klassenstufe 10 Darstellendes Spiel als zweistündiges Wahlpflichtfach zu wählen. In Folge kann Darstellendes Spiel auch in der Oberstufe gewählt werden.

Bei einer kontinuierlichen Belegung der Kurse in 10, 11 und 12 kann Darstellendes Spiel im Abitur mündliches Prüfungsfach sein.

Darstellendes Spiel ist nicht die Verlagerung der Theater- AG in den Unterricht! Ziel des Unterrichts ist nicht die Erarbeitung eines Theaterstückes unter der Regie eines Spielleiters und die Aufführung vor großem Publikum.

Die Formen des Theaters sind bunt und vielfältig. Die Schüler lernen in DS die besondere Sprache des Theaters kennen:

die Bedeutung von Körper und Präsenz, von Stimme und Atmung, von Raumgestaltung und Raumwahrnehmung, von Tempo und Rhythmus, von Figuren und Handlung, von Requisit und Kostüm, von Bühnenräumen und Theaterräumen.

Situationsbezogen und experimentierfreudig werden die theatralen Gestaltungsmittel ausprobiert und unmittelbar in Spielaufgaben angewandt.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Bereich der Improvisation, die in Klasse 10 im szenischen Spiel und in Klasse 11 in einer Produktion mündet.

Das Fach Darstellendes Spiel stellt Anforderungen an unterschiedliche Bereiche: Wissen und Verstehen (kognitiv), Anwenden und Gestalten (produktiv), Analysieren und Rückmelden (reflexiv).

Sach-Kompetenz, Sozial-Kompetenz und Selbst-Kompetenz sind Ziele dieses Bildungsprozesses. Darstellendes Spiel bietet entsprechend auch die Chance zu einer persönlichen Entwicklung, denn die Bereitschaft zu einer differenzierten Selbstwahrnehmung und engagierter Arbeit im Team sind Voraussetzungen für das Gelingen der Theaterarbeit.

In der Leistungsbeurteilung wird, über den Nachweis der theoretischen Fachkenntnisse hinaus, insbesondere auch die Mitarbeit, die Spielbereitschaft und die Bereitschaft zum Gelingen von Ensembleprozessen beizutragen, berücksichtigt. Kriterien dieser individuellen Leistung auf dem Weg zum szenischen Ergebnis sind:

Aufmerksamkeit, Aufgeschlossenheit, Angemessenheit, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Vorbereitung und das Einhalten von organisatorischen Vereinbarungen.

Die Beurteilung der Gesamtleistung ruht daher auf drei Säulen: der Mitarbeit (50%), einer schriftlichen Kursarbeit pro Halbjahr (25%) und einer Spielpraxisprüfung (25%).

Die Schüler führen einen Kursordner. Die verpflichtende Kleidung besteht aus einer einfarbigen schwarzen langen Sporthose, einem schwarzen oder weißen Oberteil ohne Aufdruck, sowie Saalschläppchen. Unterrichtsort ist die Gymnastikhalle. Um den geschärften Theaterblick weiter zu öffnen, runden ein bis zwei gemeinsame Theaterbesuche pro Halbjahr und die anschließende Auseinandersetzung mit dem Gesehenen die Theaterarbeit im Fach Darstellendes Spiel ab.

Also: Lasst uns spielen! 

 Andrea Kirchner