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Montag, 25.03.2019

Die Arbeit als Paten

Der Wechsel von der doch meist sehr viel überschaubareren Grundschule, wo man in der vierten Klasse schon zu den Größten zählt, auf das Gymnasium bringt viele Veränderungen mit sich.

Um den jeweils neuen 5er-Klassen dabei zu helfen, sich schnell in der Schule zurecht zu finden, werden an unserem Gymnasium schon seit vielen Jahren jeder Klasse zwei bis vier „Paten“, meist aus der Klassenstufe 10 zugeteilt, die sich freiwillig für dieses Amt gemeldet haben.

In erster Linie dienen wir, wie schon damals unsere Paten für uns, als ständige Ansprechpartner bei Problemen oder Fragen. Das darüber hinausgehende Engagement der Paten ist dabei von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

In den ersten Tagen ist es wichtig die neuen Schüler von Saal zu Saal zu führen, da unser Schulgebäude zunächst etwas unübersichtlich ist.
Oft beantworten wir auch Fragen wie „Ist der/die LehrerIn X nett?“, „Wie funktioniert der Vertretungsplan?“ oder schlichten auch mal kleinere Streitereien.

Um ihnen den Einstieg zu erleichtern, den Zusammenhalt innerhalb der neuen Klassengemeinschaft zu stärken und dafür zu sorgen, dass sich auch klassenübergreifende Freundschaften entwickeln, veranstalten wir traditionsgemäß jedes Jahr zusammen mit der SV die „5er-Party“. Diese Veranstaltung ist seit ihrer Einführung 1992 eine feste Größe im jährlichen Veranstaltungskalender.

Außer diesen schulisch organisierten Veranstaltungen liegt es auch bei uns, einige Nachmittagsaktivitäten mit den Klassen zu planen, wie z. B. Kinobesuche, Bowlen oder Kegeln, Wichteln zu Weihnachten oder sogar Kanu fahren auf der Saar.

Von den Klassen werden wir freudig aufgenommen, die meisten unserer Schützlinge bringen uns hohe Zuneigung entgegen, was wir daran merken, dass sie uns offen und nett auf dem Gang begegnen oder uns, wenn wir in die Klassen kommen, stets freundlich begrüßen. Natürlich gibt es auch immer einige, die keine Lust auf unsere Aktivitäten haben und die das auch durch ihre Haltung zum Ausdruck bringen. Das ist aber nicht der Regelfall. Wir kommen mit allen gut aus und fühlen uns teilweise an unsere eigene Anfangszeit erinnert. Ob wir genauso oder anders waren, können wir heute nur noch schwer beurteilen. Was uns jedoch auffällt, ist dass inzwischen jeder Fünftklässler ein modernes Handy und/oder einen MP3-Player besitzt. Dies war bei uns mit Sicherheit nicht der Fall.

Nachdem der anfängliche Schock über den vollen Stundenplan, die vielen unterschiedlichen Lehrerinnen und Lehrer, die große Schule, die neue Klasse und den Umstand, wieder die „Kleinen“ zu sein, nach einigen Wochen überwunden ist, leben sich unsere Fünfer gut ein und haben kein „Heimweh“ mehr nach der Grundschule.
Wir hatten immer großen Spaß daran mit ‚unserer’ Klasse etwas zu unternehmen und ihnen bei Fragen oder Problemen weiterzuhelfen und hoffen, dass sich auch zukünftig immer wieder engagierte Schülerinnen und Schüler finden, die diese wichtige Aufgabe mit der gleichen Freude und Begeisterung ausüben werden.

Der Text erschien in der Festschrift zum 175-jährigen Schuljubiläum und wurde verfasst von den Abiturientinnen des Jahrgangs 2009 Nora Roelofs und Mona Wagner.