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Mittwoch, 17.07.2019

Die Zirkusgruppe GaRaffen

Unsere älteste AG: Die GaRaffen!
Tricks mit dem Diabolo
Kabinettstückchen zu dritt!
Jonglieren will gelernt sein!
Hoch hinaus geht es im wahrsten Wortsinn!
Auch Turneinlagen gehören mit dazu!

Geschichte, Programm und Name

Als Jonglier-AG vor 13 Jahren im Jahre 1996 gegründet, hat sich die Zirkus- AG inzwischen fest im Schulleben etabliert.
Die Zirkusgruppe zeigt verschiedene Jongliernummern u.a. mit Ringen, Bällen und Keulen, Diabolos und Devil Stick, einige Äquilibristiknummern auf Kugeln und Rolas,  Ein- und Hoch-rädern sowie Akrobatik.
Unser Name „GaRaffen“ ist ein Wortspiel. Es ergibt sich aus der Abkürzung GaR der Schule (Gymnasium am Rotenbühl), kombiniert mit dem Wort Giraffen, womit der in der Zirkuswelt üblicherweise Hochräder bezeichnet werden.


Team und Mitglieder der Gruppe

Team und Mitglieder der Gruppe:
Vier erwachsene Betreuer Frau Schneider-Nissen und Herr Thielen, als Lehrpersonen sowie Frau Blackler und Herr Dr. Schindler als Eltern sorgen dafür, dass sich die Kinder und Jugendlichen in den wöchentlichen Übungsstunden weiterentwickeln und Neueinsteiger bald ihren Platz in der Gruppe finden. Herr Schindler betreut die Gruppe seit 10 Jahren, Frau Blackler seit 6 Jahren ehrenamtlich mit. Herr Dr. Schindler, ein ausgewiesener Jonglierexperte betreut vor allem die fortgeschrittenen  Ball- und Keulenjongleure. Er hat mit 5 Jugendlichen zusammen und eine besonders prämierte Keulennummer entwickelt. Frau Blackler hat die Verantwortung für die Akrobatik. Sie muss durch den jährlichen Wechsel der Schüler jedes Jahr in gewisser Weise neu beginnen. Durch ihre Geduld und ihr Geschick kann sie  mit den Kindern aber in kürzester Zeit verführbare Akrobatiknummern zeigen. Frau Schneider-Nissen ist es gelungen ihr eigenes Können mit Diabolos und Bällen, den Kindern weiterzugeben . Gerade die Vorführungen der Diabologruppe finden bei  jüngeren Zuschauern besonderen Beifall. Herr Thielen, der vor dreizehn Jahren die Gruppe ins Leben gerufen hat, widmet sich vor allem den Jonglieranfängern. Er ist mit Frau Schneider Nissen für die Gesamtkoordination verantwortlich.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Schülern und das Einbeziehen der Eltern als außerschulische Experten und langfristige Mitarbeiter ist  ein besonderes Markenzeichen der Schulzirkusgruppe. Das stärkt bei allen Beteiligten die Identifikation mit der Zirkusgruppe und mit der Schule.
Die AG hat seit Jahren über 40 Mitglieder. Sie sind Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5-12. Jedes Jahr ist die Nachfrage in der Klassenstufe 5 sehr hoch. Gerade unsere Neuen in der Schule lernen mit großer Begeisterung die Zirkuskünste.
Einen besonderen Beitrag zur Zirkusgruppe leisten die Schülerinnen und Schüler, die schon über Jahre mit ihrem ehrenamtlichen Engagement von der Klasse 5 bis  in die Oberstufe  die Arbeit in der Zirkusgruppe  mitgetragen haben. Neben ihrem Einsatz bei Auftritten betreuen sie jüngere Zirkusmitglieder mit und setzen somit Beispiele für besonderes soziales Engagement und für die Übernahme von Verantwortung.

Besonders hervorzuheben sind hier Sabine Bobenrieth, die schon seit mehreren Jahren mit viel Geschick mit unterschiedlichen  Schülergruppen  viele Zirkusnummern, Einrad, Hochrad sowie Jonglage einübt, Anne Schindler, die komplizierte Jonglagenummern mit Schülern entwickelt, Helen Blackler als Rückrad der Akrobatikgruppe und Jenny Diener, die Diabolokünste weitervermittelt.


Bedeutung der Zirkusgruppe für Kinder und Jugendliche
Zielsetzung und Erfahrungen

In einer Zirkusgruppe können Kinder und Jugendliche ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen nachgehen. Die Schülerinnen und Schüler haben in der AG und bei ihren Auftritten die Möglichkeit, Eigenaktivität, Kreativität, Teamarbeit und Präsentation miteinander zu verbinden. Bewegungskünste bilden ein „weites Feld“ über Jonglage, Äquilibristik, Akrobatik und Bewegungstheater, in denen die Mitglieder einer Zirkusgruppe ihre speziellen Fähigkeiten entdecken können.
Darüber hinaus entwickeln die Mitglieder wichtige Einstellungen. Sie erfahren, dass Zuverlässigkeit, Übungsbereitschaft, Teamgeist, und die Notwendigkeit ihr Können weiterzuentwickeln, Voraussetzung für Auftritte innerhalb und außerhalb der Schule sind. Zirkus lebt von Vorführungen, in denen die beschriebenen Fähigkeiten und Neigungen zum Tragen kommen. Die Kinder und Jugendlichen arbeiten auf ein Ziel hin und entwickeln auch eigene Nummern. Sie können zeigen, was sie können und sich dabei auch darstellen. Zirkusarbeit, erfordert den Einsatz von Kopf, Herz und Hand, also die Einbeziehung einer Person als Ganzes
Durch die Entdeckung eigener Fähigkeiten und die Zugehörigkeit zur „Zirkusgemeinde“ findet der Einzelne soziale Anerkennung.
Durch sportlich kreative Tätigkeit der Zirkusgruppe wird ein positives Selbstwertgefühl und damit innere Stärke vermittelt, was bekanntermaßen ein entscheidender Beitrag im Sinne der Sucht- und- Gewaltprävention ist. Unser Projekt unterstützt deshalb die Kampagne "Kinder stark machen".
Die Zirkusarbeit dient nicht nur der Stärkung der Persönlichkeit, sie schafft auch Grundlagen, die für ein Zusammenleben wichtig sind.
Die verschiedene Interaktionsformen z B. gemeinsames Üben des Jonglierens, das gegenseitige Helfen beim Ein- und Hochradfahren und gemeinsame Vorführung sind wichtige Erprobungsfelder des sozialen Lernens.
Kinder und Jugendliche lernen auf andere Rücksicht zu nehmen, mit anderen und für andere etwas zu tun. Gerade bei der Vorbereitung und der Durchführung von  Zirkusvorstellungen lernen sie auch Regeln der Konfliktaustragung, der Kompromissfindung und die Übernahme von Verantwortung.


Bedeutung des Zirkusprojekts für die Schule

Die Zirkusgruppe gehört zur Schule. Sie erweitert das Angebot der Schule über den Unterricht hinaus. Sie ist an der Schnittstelle von Unterricht und Freizeit angesiedelt, die in Hinblick auf eine mögliche Ganztagsschulentwicklung immer wichtiger wird.
Gerade hier ist ein besonderes innovatives Moment zu sehen, was auch für andere Schulen Vorbildfunktion hat.

  • Sie bereichert durch regelmäßige Vorführungen in der Schule am Tag der offenen Tür, beim Treffen Ehemaliger und bei Schulfesten das Schulleben.

  • Sie bringt durch ihre zahlreichen Vorführungen die Schule positiv in die Öffentlichkeit.

  • Sie fördert die Kooperation durch die Zusammenarbeit mit anderen AGs wie z.B. Video-AG, Jazz-Band und mit Kunstlehrern innerhalb der Schule sowie durch regelmäßigen Austausch mit anderen Schulzirkusgruppen.

  • Sie beschafft sich selbstständig die finanziellen Mittel für die Zirkusmaterialien durch Projekte, Auftritte und Sponsoring durch die Sparkasse Saarbrücken. Somit belastet die AG nicht den knappen Schuletat.´

  • Sie bildet den Rahmen, in der die allseits geforderte Teamarbeit an der Tagesordnung ist und eingeübt wird.

  • Sie liefert durch ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Schulkultur.

Das gute Verständnis des Betreuerteams untereinander, die Arbeitsteilung sowie die gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern schafft in gewisser Weise  Anreiz für die ganze Schule, diese kooperativen Strukturen auf andere Bereiche zu übertragen.

Große Zirkusgala in der Wanne der Schule
Ausgezeichnet mit einem Förderpreis
Vorführung für die Grundschüler der Umgebung
Auftritt beim Deutschen Katholikentag in Saarbrücken
Zu Gast in der Saarländischen Landesvertretung in Berlin

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und GruppenZusammenarbeit mit Organisationen

Aus dem Zirkusprojekt ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen, Organisationen, Gemeinden und Firmen. Zirkusvorführungen und Jonglierworkshops begeistern Menschen generationsübergreifend.

Bei den verschiedensten Engagements geht es uns darum, bestimmte Ausrichtungen und Zielgruppen nicht aus dem Auge zu verlieren.
So gehören die seit 10 Jahren durchgeführten Auftritte beim Kinderfest im Deutsch- Französischen Garten, Auftritte für Kindergartenkinder sowie für ältere Menschen in Seniorenheimen zum regelmäßigen Jahresprogramm.
Neben dem sozialen Lernen in der Gruppe ist uns also wichtig, durch soziale Aktionen besondere Akzente zu setzen.


Zusammenarbeit mit Gruppen

Besonders beliebt sind der Austausch mit anderen Zirkusgruppen und gemeinsame Auftritte mit ihnen. Höhepunkt in jedem Jahr sind seit dem Jahr 2000 die Wochenendtreffen mit der Lebacher Zirkusgruppe, den Kepleranis vom Kepler- Gymnasium Lebach  bei dem neuerdings auch die Zirkus- AG der Gesamtschule Riegelsberg dabei ist. Sowohl die Freude über das gemeinsame Erlebnis als auch de Möglichkeit, neue Jongliertricks untereinander austauschen zu können, bringt in jedem Jahr 90 Leute zusammen. Gerade die gemeinsamen Wochenenden und Unternehmungen haben die  drei Gruppen in der Entwicklung ihrer zirzensischen Fähigkeiten erheblich weitergebracht und den gemeinsamen Auftritten eine besondere Qualität verliehen. Mit diesen Gruppen fahren wir öfter auf nationale und internationale Jonglierconventions, wie im letzten Jahr zum Europäischen Jonglierfestival in Karlsruhe.


Auftritte und Anerkennung durch die Öffentlichkeit

Unser Schulzirkus zeigt seit Jahren seine Zirkuskünste innerhalb der Schule, bei kleinen und großen Anlässen innerhalb des Saarlandes, bei vielen Festen sowie bei sozialen Aktionen. Inzwischen ist die Gruppe mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Für ihre kontinuierliche und engagierte Arbeit hinsichtlich der Förderung der Schul- und Stadtteilkultur sowie im Sinne der Gewalt- und Suchtprävention wurde den GaRaffen beim bundesweit ausgeschriebenen Preis von „Demokratisch handeln“ besondere Anerkennung zuerkannt.
Ein ganz bedeutende Auszeichnung in zirkuskünstlerischer Hinsicht war der zweite Preis beim europäischen Zirkusfestival LiLaLu 2004 in München für die Präsentation einer Keulennummer durch fünf Zirkusmitglieder. Sie sind bei außergewöhnlichen Gelegenheiten immer noch bereit, bei Aufführungen mitzumachen, obwohl sie zum großen Teil schon ihr Abitur abgelegt haben.
Von besonderer Bedeutung für die Zirkusgruppe waren einige Auftrittshöhepunkte im Laufe der Jahre.
Dazu gehörten Auftritte in der Staatskanzlei zu der Aktion „Halt- warum Gewalt?“ 2003 , 2004 auf dem Zirkusfestival in München, 2005 Vorstellungen in der saarländischen Landes-vertretung in Berlin und auf dem Saarbrücker Altstadtfest, 2006 beim Katholikentag in Saarbrücken und natürlich bei der großen Zirkusgala, anlässlich unseres zehnjährigen Bestehens sowie 2007 vor zahleichen Mitgliedern des Landessportverbandes. Im letzten Jahr wurden wir zusammen mit vielen engagierten Jugendgruppen zu dem Jugendfestival „Berlin 08“ eingeladen.

Neben den positiven Auswirkungen für die Gruppe waren die zahlreichen Vorführungen eine gute Gelegenheit durch Presseberichte die Gruppe bekannt zu machen und durch öffentliche Vorführungen die Stadtkultur ein wenig „bunter“ zu machen und damit zu bereichern.

In ihrer Entwicklung über dreizehn Jahre hat die Zirkus- AG eine beachtliche Kontinuität aufzuweisen. Ihre Arbeit findet innerhalb der Schule, bei der Schulleitung, dem Kollegium, den Schülern und der Elternschaft Anerkennung und außerhalb der Schule Aufmerksamkeit.

Ausblick in die Zukunft

Es ist der Zirkusgruppe trotz erhöhten Anforderungen in der Schule und zum Teil schwierigeren Rahmenbedingungen in den Elternhäusern gelungen, die Kinder und Jugendlichen weiter für unser Zirkusprojekt zu begeistern. Offensichtlich finden sie hier einen Rahmen, in dem sie zeigen können, welche verborgenen Fähigkeiten in ihnen stecken und eine Gruppe, der sie sich verbunden fühlen und in der sie Anerkennung erfahren. Es ist auch für die schulische Arbeit ein Hinweis darauf, nicht nur über negative gesellschaftliche Entwicklungen zu klagen, sondern positive Zeichen zu setzen.
Die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf acht Jahre bringen für der Schülerinnen und Schüler eine deutlich Belastung mit sich und führen zu einer für AGs ungünstigeren Zeitschiene des Unterrichts. Darüber hinaus scheiden demnächst wichtige Mitglieder der Zirkusgruppe wegen ihres Abiturs aus der Zirkusgruppe aus.
Das erfordert von allen Beteiligten, den Schülern, den Eltern und Lehrern neue Ideen und verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Zirkusgruppen der Stadt, eine neue Organisation von Schule, um solche Projekte aufrechterhalten und weiterentwickeln zu können. Die große Zahl der Mitglieder der Zirkusgruppe aus Klassenstufe 5, ihre Begeisterung sowie die Unterstützung durch viele Anhänger lassen uns hoffnungsfroh in die Zukunft schauen.

 Gudrun Schneider-Nissen, Berthold Thielen, Sandra Blackler, Klaus Schindler 

Manege frei für die nächste Gala!