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Sonntag, 20-05-2012



Kunst ist Klasse, 28.10.2010

Ein Projekt der Klasse 6ab von Frau Monika Peiler und 29 Schülerinnen und Schülern

Sparda-Marketing-Chef Werner Altpeter begrüßt im Seminarraum die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin und Kunsterzieherin Monika Peiler und stellt die Betreuungsmannschaft vor:

  • Wolfgang Birk, Kunsterzieher und Romanist, langjähriger Mitarbeiter in der Modernen Galerie Saarbrücken, aktuell tätig im Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM), wird als versierter Museumspädagoge die Schüler durch die Moderne Kunst der Sparda-Bank führen und verschiedene Materialexperimente mit den Schülern machen, außerdem ihnen die Möglichkeit geben, in der Schlosskirche mit einem Frage-Antwort-Computer zu arbeiten..
  • Friedrich Hatzenbühler, Literatur- und Sportwissenschaftler, nahezu 40 Jahre Mitarbeiter beim Saarländischen Rundfunk, wird eine umfangreiche Bilddokumentation über den Besuch der Schüler im Kunstraum der Bank und in der Schlosskirche sowie eine  bebilderte Textdokumentation für die Schulwebseite anfertigen.

Birk und Hatzenbühler haben vor 6 Jahren die „Kunst-ist-Klasse“- Einrichtung als Kooperation zwischen Sparda und dem Kultusministerium entwickelt.

Im Seminarraum:

Birk schlägt vor, eine „Geschichte“ nachzubauen: Stellt euch vor, ihr seid im Schulhof und immer wieder versuchen welche, euch umzurennen. Wie könnte man sich da helfen: Mehrere Schüler dürfen sich eine Lösung ausdenken. Die Lösung: Drei Kinder umfassen sich und verhindern so ein Anrempeln durch andere. Die Lösung bedeutet gleichzeitig ein Einstieg in eine interessante Lebensweisheit:  Einigkeit macht stark. Wer vereint ist, dem ist schwerer beizukommen. Diese Maxime wird auf einer „Wiese“ mit jeweils 4 schweren Eisenplatten von jeweils einer kleinen Gruppe nachempfunden und gebaut.

Im Kunstraum:

Betrachten und Diskutieren einer Metallkonstruktion („Maestro“ von Christoph Freimann). Danach eingehende Diskussion der „sich kämmenden Frau“ von Alexander Archipenko. Frage: Was ist wichtig am Kunstwerk –sofern es noch gerade ein gegenständliches ist -? Antwort: Was nicht unbedingt figürlich höchstnotwendig ist, wird weggelassen = abstrahiert. Dadurch deutet sich die abstrakte Kunst.

Hinweise auf die erste Abstraktkunst durch Auguste Rodin mit seinem „Schreitenden“:

Was zuvor noch ausführliche Körperdarstellung gewesen ist, wird als Abstraktkunstwerk reduziert auf das Schreiten = Gehen, um zum Thema des Laufens= Vorlaufens = auf den Vorläufer Jesu zu kommen. Zwar einigermaßen umständliche, aber in sich logische Hinführung.
Ein weiteres abstraktes Kunstwerk fasziniert die Schüler: Michael Croissants „Kopf“ wird erst ohne Erklärung besichtigt (Friedrich verdeckt die Objektbeschreibung  und die Kinder raten)
Recht schnelle Auflösung – schon im ersten Durchgang kommt die Lösung „Kopf“, die durch den üblichen Gag – eines Aufsetzens von Friedrichs Brille noch untermauert wird.

Frage: Gibt es ein unendliches Kunstwerk?

Die Kinder verstehen Schritt für Schritt, dass es Kunstwerke gibt, die man „weiterdenken“ kann, um sie letztendlich gedanklich in der Unendlichkeit anzu- siedeln. Mit Klaus Staudts Prismenkonstruktion wird dieses Problem auch greifbar verständlich und führt so logischerweise zur „unendlichen Säule“ von Constantin Brancusi.
Mit den Bildern auf der Großleinwand von Georg-Karl Pfahler und dem großen Familien-Farben-Bild von Boris Kleint wird den Schülern die Dimension der Begrenzung und der Unbegrenztheit eines grafischen Kunstwerks näher gebracht.  Hier  ganz besonders bei Kleint intensive und sehr eifrige Mitarbeit der Kinder, besonders im Aufsuchen und Auffinden von Farb- und Form-Familien oder – Verwandten.
Die Unterschiede zwischen Granit und Marmor werden anhand des Prantl-Steins und der Marmor-Plastik von Heinz Oliberius ausdiskutiert und geklärt.

Weiter im Seminarraum:

Faltarbeiten mit einem kleinen Papierblock, der „…egal wie, in eine größere Dimension gebracht „ werden sollte. Falten, Knicken, Rollen, Reißen, Knüllen,
Aufklappen, Einklappen, … alles ist erlaubt – nur von dem kleinen Block darf keine einzige Seite entfernt werden. Erstaunliche kühne und interessante Lösungen waren zu sehen.

Letzte Runde im Kunstraum:

Materialkunde war angesagt. Promenade durch den Kunstraum:
Alexander Archipenko – sich kämmende Frau
Werner Bauer - Lichtkunst
Michael Croissant - Kopf
Jo Enzweiler - Brunnen
Christoph Freimann - Maestro
Otto Herbert Hajek – Multiples Element
Erich Hauser – Würfel
Erwin Heerich - Kartonobjekt
Ewerdt Hilgemann – imploded cube
Leo Kornbrust - Polyeder
Kubach-Wilmsen-Team - Steinzeitung
Thomas Lenk - Schichtblock
Ben Muthofer - Lichtstele
Heinz Oliberius- Architektonische Vision
Georg Karl Pfahler - Orlando
Karl Prantl – kleiner schwarzer Stein
Sigurd Rompza – Spitziges Gelb
Robert Schad - Golum
Paul Schneider – „Sue ta ke tu“ = das bist du selbst
Klaus Staudt – o.T. (Dreieckskonstruktionen)
Hans Steinbrenner - Figur
Friedhelm Tschentscher – Plastik2
Thomas Wojciechowicz - Holzskulptur
Erwin Wortelkamp – Wandstück.

Spaziergang durch die Saarbrücken Innenstadt über die alte Brücke zur Schlosskirche

Die Schüler haben jetzt in der Schlosskirche die einzigartige Gelegenheit, an einem innovativen museumspädagogischen Event teilzunehmen: Die Arbeit mit bislang in der Museumspädagogik so noch nicht üblichen Medienhilfsmitteln.
In Kleinst-Gruppen arbeiten die jungen Leute an einem Programm, das von Wolfgang Birk zuvor speziell in Hinblick auf den Besuch der Schlosskirche in die Mini-PCs eingearbeitet worden ist.
In Dreier-Gruppen eingeteilt, bekommen sie kurz die Handhabung der Minicomputer erklärt. Die Kleingruppe muss aus sich heraus in einem zuweilen spannenden gruppendynamischen Prozess die eigene Zusammenarbeit und die Einteilung in die Recherchegruppe erleben. Dabei spielen Lese- und Rechtschreibkompetenz eine sehr große Rolle. Dennnoch finden die Kinder schnell heraus, dass nur durch Abwarten und Umherlaufen keine Fragen beantwortet werden, sondern sie müssen sich einerseits durch die Beschriftungen der Exponate und andererseits mit den Informationen an den verschiedenen zentralen Datengeräten des Museums die Informationen beschaffen, die zur Lösung der verschiedenen Fragen beitragen können. Der Zwang, in der Museumskirche in allen Ecken zu stöbern und zu suchen, bringt die Klasse auf diese Art und Weise den Museumsinhalten besonders nahe.

Friedrich Hatzenbühler
für Gymnasium am Rotenbühl
28.10.2010